The French Romantic Experience
Bild: © Bru Zane

Französische Romanik auf 10 CDs - The French Romantic Experience. Bru Zane discoveries in 19th-century music

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In den zehn Jahren seines Bestehens ist über den Palazzetto Bru Zane, der hier eine Quersumme seiner Wiederentdeckungen auf 10 CDs versammelt hat, sehr viel geschrieben worden. Vielleicht zu viel. Immerhin gelang es der Erbin eines französischen Pharmakonzerns, Nicole Bru, eine ganze Epoche wieder ins Spiel zu bringen, die auch in Frankreich gründlich vergessen war: die französische Romantik. Man mag dabei an Madame de Staël und Victor Hugo, in der Malerei an Delacroix denken. Aber in der Musik? Dort stellte die französische Romantik bislang keine prominente Epoche dar – wenn man sie überhaupt als solche gelten lassen will.

Es liegt nicht an Komponisten wie Charles Gounod, Meyerbeer, Ferdinand Herold und Jacques Offenbach, die alle dazu gehören. Sondern daran, dass Frankreich insgesamt seine musikalischen Traditionen lange Zeit zu sehr hat 'schleifen' lassen. Dass ein Institut, welches eine Gegenbewegung anzettelt, in Venedig beheimatet ist, stellt keine zufällige, wenn auch eine ironische Tatsache dar

Wertvolle Wiederentdeckungen

Erstaunlich die Zahl von Komponistennamen, die dank des Palazzetto überhaupt wieder ins Bewusstsein kamen: Ob Benjamin Godard, André Messager, Charles Alkan oder Paul Dukas; ob Halévy, Joncières, Felicien David oder Marie Jaëll. Sie alle sind hier mit Werkausschnitten vertreten, die erstmals eine musikalische 'Draufsicht' auf diese Zeit erlauben.

Eine musikalische Tour de Force

Es zeigt sich, dass die betreffende Ära in allen Genres exzellierte. Also nicht nur in der Grand opéra, im Lied, in der Tondichtung und anderen, speziell in der Romantik entwickelten Formen. Sondern ebenso in traditionellen Disziplinen wie dem Streichquartett, der Klaviermusik und der geistlichen Kantate. Die Interpreten reichen von hochprominten Namen (wie Marc Minkowski, Christophe Rousset und Hervé Niqet) bis zu Eigenentdeckungen (wie Bariton Tassis Christoyannis und dem Quatuor Cambini-Paris). Nicht nur ein Grund zum Feiern. Sondern ein Set – und eine musikalische Tour de force – mit nennenswertem Erkenntniswert.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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