Franz Schubert: "Winterreise", Xavier Sabata, Countertenor / Francisco Poyato, Klavier. © BERLIN Classics
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Xavier Sabata, Countertenor | Francisco Poyato, Klavier - Franz Schubert: "Winterreise"

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Der katalanische Countertenor Xavier Sabata, geboren 1976 in Avià, ist ein etablierter Interpret der Musik von 1600 bis 1800 und Gast auf internationalen Opernbühnen. Jetzt hat er sich an den berühmtesten romantischen Liederzyklus gewagt:  Schuberts "Winterreise".

Xavier Sabata ist keineswegs der erste Countertenor, der Schubert "Winterreise" singt: Das war in den siebziger Jahren Jochen Kowalski. Zvi Emanuel-Marial brachte 2014 eine weitere Aufnahme als Altus heraus. Ungewohnt wirkt der Höreindruck nun dennoch, zumal Sabata oft in ein lamentierendes Tremolo verfällt. Dieser Hang zur Weinerlichkeit nimmt seiner Interpretation mehr weg, als dass er hinzufügt.

Beweglichkeit

Mit Francisco Poyato hat Sabata einen hervorragenden, sehr exakt und einfühlsam spielenden Begleiter am Klavier. Sabata kommt die Beweglichkeit seiner Stimme in mancher filigran gesungenen Verzierung zugute und seine Technik, für die tiefen Lagen ins Brustregister zu wechseln, hält manchen klangfarblich interessanten Effekt bereit.

Tonhöhen und Artikulation

Die hohen Töne nimmt Sabata hingegen meistens eine Spur zu tief, was seiner Interpretation etwas leicht Leierndes verleiht. Dringend muss man ihm außerdem einen Crashkurs in deutscher Artikulation empfehlen: Die Texte werden von ihm zum Teil so verzerrt, dass sich daraus groteske Missverständnisse ergeben.

Hände weg von Schubert

Warum muss man sich gleich auf die "Winterreise" kaprizieren, wenn man zum ersten Mal ein romantisches Lied singt? Sieben Neuaufnahmen sind allein in den letzten Monaten erschienen. Insgesamt sind gibt es Hunderte und Aberhunderte, darunter so viele wunderbar gelungene – von Matthias Goerne, Christoph Prégardien und Christian Gerhaher bis zu Ian Bostridge, um nur einige wenige zu nennen – dass die Facetten dieser Komposition doch bereits auf vielfältigste Weise auslotet erscheinen.

Julia Spinola, rbbKultur

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