Georg Philipp Telemann: Frankfurt Sonatas © Aparté
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Alte Musik - Georg Philipp Telemann: Frankfurt Sonatas

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Als ersten Geiger und Leiter des Freiburger Barockorchesters ist Gottfried von der Goltz schon lange eine feste Größe in der Szene der Alten Musik. Nun kehrt er zunehmend seine solistischen Qualitäten im kleinen Rahmen hervor und erweist sich als beredter Anwalt von Telemann.

Seine Frankfurter Sonaten hat Telemann selbst schlicht "Sechs Sonaten für Solovioline in Begleitung eines Cembalos" genannt, dabei sind sie nichts anderes als ein Meilenstein in seiner musikalischen Entwicklung. Mit 31 Jahren hatte Telemann nach dem frühen Tod seiner Frau einen völligen Neuanfang gewagt. Er war aus dem behüteten Hof in Eisenach in die freie Stadt Frankfurt am Main gezogen, um dort der wichtigste und bestbezahlte Musiker der Stadt zu werden. Einen Zusatzverdienst sicherte er sich dadurch, dass er seine eigenen Werke selbst verlegte. Und das begann mit eben diesen sechs Sonaten.

Telemann wäre ein schlechter Geschäftsmann gewesen, wenn er bei seiner ersten eigenen Sonaten-Ausgabe nicht auf populäre Stile gesetzt hätte. Und so sind drei der Sonaten in den damals beliebten Tänzen Allemande, Courante, Sarabande und Gigue gesetzt. Der spielerische Anspruch ist nicht überbordend hoch und die Stücke haben so robuste und klare Melodien, dass sie auch von nicht ganz so virtuosen Spielern bewältigt werden können.

Für Gottfried von der Goltz sind die geigerischen Herausforderungen denn auch eher Nebensache. Ihm geht es deutlich darum, die verschiedenen Charaktere der Sätze herauszuarbeiten. Dabei helfen ihm auch die variablen Kombinationen seiner drei Begleitmusiker. Auch innerhalb von einzelnen Sonaten oder sogar von einzelnen Sätzen wechseln Cembalo, Truhenorgel und Theorbe als Begleitinstrumente ab.

Die im Freiburger Ensemblehaus, dem Hauptquartier des Freiburger Barockorchesters, entstandene Aufnahme lässt die Hörer angenehm nah an die Instrumente heranrücken. Dabei klingt die Geige von Gottfried von der Goltz nur leicht dominierend. Sein Spiel zeigt Respekt gegenüber der Begleitung und beseelt Telemann durch eine dynamische Gestaltung, die mitteilsam und animierend ist. Wer Barockmusik bisher als verkünstelt und abgehoben erlebt hat, kann hier schnell vom Gegenteil überzeugt werden. 

Dirk Hühner, rbbKultur

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