Katie Mahan © Steinway & Sons
Bild: Steinway & Sons

CD Kritik - Katie Mahan: "Classical Gershwin"

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Schon im Alter von vier Jahren wusste Katie Mahan, dass sie Pianistin werden möchte. Der Funke sprang in einem Konzert mit Musik von George Gershwins über. Kein Wunder also, dass Gershwins Musik bis heute einen prominenten Platz in Mahans Repertoire einnimmt.

Ihr zwölftes Solo-Album hat die Amerikanerin jetzt Bearbeitungen vieler berühmter Musical-Songs, der "Rhapsodie in Blue" und der weniger bekannten "Second Rhapsodie" gewidmet.

Eigene Bearbeitungen

Als wahrer Gershwin-Fan spielt Katie Mahan die meisten dieser Stücke in eigenen Klaviertranskriptionen. Nur in zwei Fällen greift sie auf Bearbeitungen des Pianisten Earl Wild zurück, dem unglaublich virtuosen Uraufführungspianisten der Rhapsodie in Blue, der seinerzeit als Gershwin-Experte galt – aber auch ein fulminanter Rachmaninow-Interpret war. Katie Mahan spielt voller Leichtigkeit und Schwung, mit viel Gespür für die Klangschönheit und Spritzigkeit dieser Musik. Technisch hat sie keine Sorgen, alles klingt kristallin und klar.

"Classical Gershwin"

Katie Mahan legt Wert darauf, Gershwin als ernsthaften Komponisten darzustellen, der weit über den Broadway und Hollywood hinausgedacht hat. Daher der Name ihres Albums "Classical Gershwin". Tatsächlich war Gershwin unzufrieden damit, nur als Komponist leichter Musik betrachtet zu werden und suchte in seinen Orchesterwerken nach einer Synthese von Jazz und Kunstmusik. Dennoch muss man keinen Beethoven aus Gershwin machen wollen, um ihn zu lieben. Der Zauber steckt in der Leichtigkeit mit der die alltäglichsten Situationen in kleine Wunscherfüllungen verwandelt werden, im Klang des großen Traums von Freiheit und Erfolg, voller Glitzer, Schwung, Verheißung.

Dazu gibt es noch eine DVD mit einem Videoclip der "Rhapsody in Blue", Bildern aus New York und einem Interview mit der Pianistin. Eine Freude für alle Gershwin-Fans.

Julia Spinola, rbbKultur

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