Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte 1-5 © BIS
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Auf ins Beethoven-Jahr mit der "Kölner Akademie" - Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte 1–5

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Rein kalendarisch hat das Beethoven-Jahr 2020 noch gar nicht begonnen und schon türmen sich die Neuaufnahmen mit seinen Werken. Ein besonderes Achtungszeichen setzt schon mal jetzt das Orchester "Die Kölner Akademie" unter Michael Alexander Willens mit einer Neuaufnahme der fünf Klavierkonzerte Beethovens unter historisch-informierten Vorzeichen.

Als Solist für diese Einspielung konnte erneut der niederländische Hammerklavier-Spezialist Ronald Brautigam gewonnen werden, mit dem die "Kölner Akademie" bereits Mozart- und Mendelssohn-Konzerte eingespielt hat. Mit Beethoven kennt sich Brautigam bestens aus, hat er doch vor wenigen Jahren eine preisgekrönte Aufnahme sämtlicher Sonaten vorgelegt. Für Beethovens Klavierkonzerte wählt er jetzt zwei unterschiedliche Hammerflügel aus, um die stilistische und instrumentenbauliche Entwicklung der Zeit zu illustrieren. Die Konzerte 1 bis 3 spielt Brautigam auf der Kopie eines herrlich perlenden Walter-Flügels (1805), die Konzerte 4 und 5 auf der Kopie eines deutlich größeren und klanggewaltigeren Flügels von Conrad Graf (1819). Angefertigt wurden beide Kopien vom führenden Klavierbauer auf diesem Gebiet, dem Amerikaner Paul McNulty, der seit vielen Jahren mit seiner Werkstatt in einer mittelböhmischen Kleinstadt ansässig ist.

Brillante Interpretation

Die historischen Instrumente, eine akzentuierte Spielweise, manch zügiges Tempo und ein überragender Solist vermögen es, die Ohren neu für Beethovens vielgespielte Klavierkonzerte zu öffnen. Faszinierend sind die vielen Klangfarben, die in der Musik zu hören sind – etwa der klanggewaltige Soloeinsatz des Klaviers im 5. Konzert, der "Una-corda"-Effekt im langsamen Satz des 4. Konzerts, aber auch die gedämpften Streicher im Adagio des 5. Konzerts und manch berückend schönes Holzbläser-Solo. Ronald Brautigam spielt brillant, aber ohne Effekthascherei, die Balance mit dem begleitenden Orchester ist durchweg hervorragend.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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