Johann Sebastian Bach: Violinkonzerte © Soli Deo Gloria
Bild: © Soli Deo Gloria

Violinkonzerte - Johann Sebastian Bach

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Mit Bach kennt er sich aus: Seit rund 50 Jahren zählt Sir John Eliot Gardiner zu den führenden Bach-Interpreten. Mit dem Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists hat er weltweit konzertiert und im Bach-Jahr 2000 sogar sämtliche Kirchenkantaten Bachs innerhalb eines Jahres aufgeführt. Außerdem war er Präsident des Leipziger Bach-Archivs und hat eine vielbeachtete Bach-Monographie vorgelegt. Auf seiner neuesten Bach-Einspielung sind zur Abwechslung mal nicht Vokalwerke zu finden, sondern Violinkonzerte.

Violinsolistin Kati Debretzeni

Als Solistin für die Konzerte hat Gardiner Kati Debretzeni eingesetzt, die seit 20 Jahren als Konzertmeisterin der English Baroque Soloists fungiert und somit bereits jede Menge Bach-Soli unter Gardiners Leitung gespielt hat. Diese enge künstlerische Vertrautheit ist deutlich hörbar, Kati Debretzeni geht voll auf Gardineres Vorstellungen ein und erzeugt mit dem Orchester ein perfektes Zusammenspiel. Auffällig ist allerdings der sehr direkte, zuweilen auch etwas schroffe Ton (etwa im d-Moll-Konzert), der Bachs Konzerte mehr dramatisch als spielerisch erscheinen lässt.

Rekonstruktionen

Neben den beiden originalen Violinkonzerten a-Moll und E-Dur haben Kati Debretzeni und die English Baroque Soloists auch Arrangements von zwei späteren Cembalokonzerten für Violine und Streicher aufgenommen. Besonders interessant ist die Ersteinspielung des Konzerts D-Dur (nach dem Cembalokonzert E-Dur BWV 1053) in der Rekonstruktion von Kati Debretzeni. Höchst überzeugend gelingt hier der langsame Mittelsatz, ein klangschönes Siciliano, von dem man wirklich annehmen könnte, er sei original für Violine komponiert.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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