Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 1 + 2 © Naxos
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Boris Giltburg spielt Beethoven – Klavierkonzerte Nr. 1 und 2 - Beethoven con Brio

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Der 250. Geburtstag von Ludwig van Beethoven rückt einen Komponisten in den Mittelpunkt, der in fast allen Gattungen größte Leistungen vollbracht hat – dazu zählen seine Sinfonien, die Streichquartette und Klaviersonaten und zweifellos auch die fünf Klavierkonzerte.

Mit seinen Klavierkonzerten hat Beethoven dieser Gattung und dem Ideal des solistischen Klaviervirtuosen endgültig zum großen Durchbruch verholfen. In früheren Epochen waren die Solisten noch wesentlich stärker in das Orchester eingebunden.

Selbstbewußter Solist

Mit Beethoven blüht nun ein neuer Typus auf, selbstbewußt und mit dem gerade erfundenen Hammerflügel auch über die notwendige Durchsetzungskraft verfügend. Moderne Pianisten konnten nun mit dem Orchester in einen ergiebigen Wettstreit treten – ohne dass dabei das musikalische Miteinander aufgegeben wurde.

Revolutionärer Individualismus

Boris Giltburg, 1984 in Moskau geboren und dort anfangs von der eigenen Mutter in der Tradition der "russischen Schule" ausgebildet, nimmt die Herausforderung dieser revolutionär-individuellen Musik an. Mit perfekter Technik spielt er die federleichten Läufe, artikuliert sich mit einem stets klaren Ton. Im Zusammenspiel mit dem britischen Orchester "fliegt" er hellwach und beweglich durch Allegro und Rondo, lauscht dazwischen hingebungsvoll in das Largo des ersten Konzerts hinein – einer der schönsten langsamen Sätze der Musikgeschichte. 

Fugiertes Finale

Die Themen im  Konzert Nr. 2 scheinen weniger eingängig.  Nicht verwunderlich, dass Beethoven den ganz großen Erfolg in Wien und Berlin, Budapest und Prag deshalb eher mit seinem Konzert Nr. 1 feiern konnte. Doch mag das – an sich früher komponierte – Konzert Nr. 2 auch im Schatten des anderen Werkes stehen, der fugierte Schluss des Kopfsatzes Allegro con brio sucht seinesgleichen. Mit meisterhaft angedeuteter barocker Polyphonie, die in moderne Harmonien aufgelöst wird, könnte dieses Satzfinale auch aus einer der großen Klaviersonaten Beethovens stammen.

Giltburg, der auch das umfangreiche Booklett selbst verfasst hat, kostet diesen musikalischen Glücksmoment mit seinen Zuhörern aus. Das Album ist ein sehr gelungener Auftakt zum Beethoven-Jahr 2020.

 

 

Hans Ackermann, rbbKultur

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