Oberon Trio: "Duality" © Avi
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CD-Kritik - Oberon Trio: "Duality"

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Gegensätze, Kontraste, Dualitäten – davon handelt das Album des Oberon Trios. Als erstes Ensemble überhaupt haben die Musiker das Klaviertrio von Toshio Hosokawa aufgenommen.

Der vergleichsweise einfache Gegensatz von Dur und Moll bestimmt das Klaviertrio in d-Moll von Joseph Haydn. Konsequent wechselt der Komponist hier zwischen Dur und Moll, eine zentrale Dualität der Musik. Dieser Wechsel – für gewöhnlich von Satz zu Satz – passiert hier innerhalb ein und desselben Satzes, durchaus revolutionär für Haydns Zeit.

Gegensätze

Als Ensemble beinhaltet  jedes Klaviertrio mindestens zwei weitere Gegensätze: eine "soziale Dualität" –  indem drei an sich verschiedene Musiker zusammen eine Einheit bilden – und eine "materielle Dualität", bei der sich mit zwei Streichern und einem Klavier verschiedene, wenn nicht gar gegensätzliche Instrumentenfamilien gegenüberstehen.

Intervalle

Im Klaviertrio von Toshi Hosokawa geht es dann nicht um Dur oder Moll, hier wird ein einzelnes Intervall in seine dualen Bestandteile dekonstruiert. Die beiden Töne "c" und "fis" sind für Hosokawa Gegenspieler, die er in seinem Klaviertrio vom Zusammenklang als "Tritonus" emanzipiert – obwohl  für den Hörer natürlich auch weiterhin ein gemeinsamer Klang entsteht. Allein die hörende Perspektive macht hier den Unterschied.

Kontraste

Die dualen Gegensätze in den vier aufgenommen Werken herauszuarbeiten, gelingt dem Ensemble hervorragend, auch weil hier mit einem geistreichen Konzept in der Hauptsache aber vorzüglich musiziert wird. Dies gilt für die Trios von Haydn und Schumann, aber auch bei der fragilen musikalischen "Tusche-Zeichnung" des japanischen Avantgardisten Hosokawa und bei den ekstatischen Klängen, die Aaron Copland 1929 mit seiner "Studie über ein jüdisches Thema" für Klaviertrio komponiert hat.

Hans Ackermann, rbbKultur

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