Jonny Asya Fateyeva © Berlin Classics
Bild: Berlin Classics

Saxophon - Asya Fateyeva: "JONNY"

Bewertung:

"Jonny spielt auf" heißt eine Oper, die 1927 in Leipzig uraufgeführt wurde und dort mehr als 400 Aufführungen erlebt hat. Ihr Komponist, Ernst Krenek, wurde 1938 von den Nationalsozialisten auf die Liste der sogenannten "Entarteten Musik" gesetzt. Als musikalische "Stimme" der Moderne war das Saxophon bei diesen Machthabern ganz besonders verhasst.

Experimentierfreudig

Neben Ausschnitten aus der Suite zu Kreneks Oper präsentiert das klug zusammengestellte Album weitere Komponisten der 1920er Jahre, darunter Kurt Weill mit Musik aus der Dreigroschenoper, Erwin Schulhofs "Hot-Sonate", sowie das expressive und vom Jazzklavierklang inspirierte "Trio op. 472" von Paul Hindemith. Mit Anton Weberns "Quartett op. 22" ist auch die "pure" Avantgarde vertreten. Die ungewöhnliche Besetzung mit Saxophon, Klarinette, Violine und Klavier zeigt dabei einmal mehr die klangliche Experimentierfreudigkeit dieses Komponisten.

Asya Fateyeva, Saxofonistin; Foto: Carsten Kampf
Asya FateyevaBild: Carsten Kampf

Stilistische Vielfalt

Die in Münster lehrende Saxophonistin Asya Fateyeva hat sich für dieses ambitionierte Projekt hervorragende Mitmusikerinnen gesucht, darunter ein Streichquartett um die Cellistin Tanja Tetzlaff. Aufgenommen im vorzüglich klingenden Sendesaal Bremen gibt das Album die Stimmung der 1920er Jahre, die stilistische Vielfalt und den modernen Geist dieser Zeit beeindruckend wieder.

Hans Ackermann, rbbKultur

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