Sélim Mazari: Beethoven Variations © mirare
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Klavier - Sélim Mazari: Beethoven Variations

Bewertung:

Komplexe Variationen über einfache Themen waren ein Grundpfeiler in Ludwig van Beethovens Schaffen. Vier Zyklen stellt der französische Pianist Sélim Mazari in den Mittelpunkt seines hervorragend aufgenommenen Albums.

Ein einfaches Thema nach allen Regeln der Kunst zu verwandeln, diese Fähigkeit zeichnet viele große Meister aus - Bach, Mozart, Brahms, Schumann, aber vor allem Ludwig van Beethoven. Die acht Takte seiner Melodie in c-moll reichten dem Pianisten, um in den 32 Variationen, WoO 80, sein kompaktes Können am Klavier zu zeigen.

Balletmusik

Mit diesem "Werk ohne Opuszahl" eröffnet Sélim Mazari das Album, es folgen die "Waldmädchen-Variation" über ein Thema des Mozart-Zeitgenossen Paul Wranitzky. Die liedhafte Melodie entstammt einem Ballett und steht in der fröhlichen Tonart A-Dur. Sélim Mazari, geboren 1992, mit 11 Jahren Jungstudent am Pariser Konservatorium, von 2008 bis 2012 letzter Schüler von Brigitte Engerer, löst auch hier die Aufgabe, jede der Variationen anders klingen zu lassen, mit Bravour.

Heldenmelodie

Höhepunkt des Albums sind dann die "Eroica-Variationen Op.15". Das Thema stammt ursprünglich aus Beethovens Ballett, "Die Geschöpfe des Prometheus", die musikalische Idee hat er später für die "Eroica"-Sinfonie und später auch noch für die Klavier-Variationen verwendet. In einer großen Fuge, die diesen Zyklus abschließt, taucht das bekannte Thema dann in aberwitziger Gestalt virtuos verwandelt auf. Spätestens hier hört man, dass ein exzellenter junger Pianist am Werk ist - mit einer Musik, die über jeden Zweifel erhaben ist.

Hans Ackermann, rbbKultur

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