Richard Strauss: Vier letzte Lieder u.a. mit Diana Damrau; Montage: rbbKultur
Bild: Erato/Warner

Gesang - Richard Strauss: "Vier letzte Lieder" u.a.

Bewertung:

Neun Jahre nach ihrer sehr schönen CD mit Liedern von Richard Strauss, damals begleitet von Christian Thielemann, setzt Diana Damrau noch einmal an zu einer entsprechenden, neuen Sammlung.

Diesmal ist Helmut Deutsch am Klavier mit von der Partie. Und Mariss Jansons als Dirigent bei den "Vier letzten Liedern" (letztere aufgenommen im Januar 2019, also zu den letzten Dokumenten des im November verstorbenen Dirigenten zählend). Die Auswahl ist sehr bunt, enthalten sowohl rare Sammlungen wie etwa die "Mädchenblumen" und Einzellieder wie "Lob des Leidens" oder "Die Verschwiegenen", zu denen man meist nur eine einzige, ranggleiche Vergleichseinspielung findet.

Spitzig, dünn

Die Textverständlichkeit ist zwar nicht vorbildlich, aber diskutabel. Die Stimme klingt eher spitzig, sogar dünn, und ebenso kühl, gemessen an dem satten Sahnerepertoire, in dem sie sich hier ergeht. Die Lieder sind gut gestaltet, nur dass mir die Stimme insgesamt einen leicht "verstrahlten" Eindruck macht. Das Timbre ist mittlerweile so gleißend geworden, dass es in ein Missverhältnis zur tragenden Substanz zu geraten droht. Das versengt mich zwar, berührt aber nicht.

Leicht ernüchternd

Eine durchaus anbietbare CD, die aber mit den großen Vorgängerinnen von Schwarzkopf oder della Casa (die gleichfalls kühl blieben) bis zu Jessye Norman (die eine viel reichere Stimme ins Feld führte) kaum konkurrieren mag. An Natürlichkeit wiederum hatten Dorothea Röschmann und Michaela Kaune mehr zu bieten.

Es bleibt der Eindruck, dass die hoch im Kurs stehende Diana Damrau – die ich gelegentlich auch schon phantastisch gehört habe, z.B. als "Maria Stuarda" in Berlin – doch eine leicht überschätzte Sängerin ist. Leicht ernüchternd.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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