Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 2 und 5 © harmonia mundi
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Klavier - Ludwig van Beethoven: Klavierkonzerte Nr. 2 und 5

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Mit zwei Klavierkonzerten Beethovens hat Kristian Bezuidenhout den ersten Teil seines Zyklus mit sämtlichen fünf Klavierkonzerten von Beethoven vorgelegt. Beethoven auf dem Hammerklavier, das ist heute nicht mehr wirklich ungewöhnlich. Ist der Zyklus trotzdem relevant?

Zum Auftakt seines Zyklus mit allen fünf Beethoven-Klavierkonzerten hat sich der südafrikanische Hammerklavier-Spezialist Kristian Bezuidenhout mit dem 5. Klavierkonzert Es-Dur eines der zentralen Werke des Komponisten vorgeknöpft – und es mit dem 2. Klavierkonzert B-Dur kombiniert. Die Wahl eines Fortepianos – in diesem Fall des Nachbaus eines Wiener Instrumentes der Beethoven-Zeit von Anton Graf – ist heutzutage nichts Ungewöhnliches mehr. Parallel hat der (virtuosere) Ronald Brautigam alle fünf Konzerte auf einem Hammerflügel der Wiener Firma Anton Walter vorgelegt. Er zeigt mehr Pranke und ein volltönenderes Instrument im Vergleich mit dem feinfingrigeren, vegetarischer anmutenden Kristian Bezuidenhout.

Historischen Instrumente sind in den letzten Jahrzehnten immer besser geworden; weshalb ältere Zyklen (mit Melvyn Tan und Robert Levin) nicht mehr ohne weiteres konkurrieren können. (Andras Schiff dagegen wählte ohnehin einen normalen Steinway, Alexei Lubimov und Malcolm Bilson haben die Werke bislang nicht eingespielt.) Frappierend ist das veränderte Gewichtsverhältnis zwischen Solo-Instrument und Orchester. Bei konventionellen Aufführungen dieser Werke flattert der Klavier-Part über den Orchestersatz hin wie ein silbernes oder sogar goldenes Band – weithin sichtbar, kostbar und überlegen. Bei Bezuidenhout dagegen scheint ein Zwirnsfaden ins Orchester eingenäht. Erstaunlich nur, wie locker und entspannt das Ganze bleibt. Das muss auch dem Freiburger Barockorchester unter Pablo Heras-Casado gutgeschrieben werden.

Das Gesamtgewicht ist leichter. Der entpathetisierte Beethoven wird aber dennoch keine Spur salonhafter, haydnscher oder mendelssohnesker. Er bleibt unverwechselbar Beethoven; was kein geringes Lob dieser vielversprechenden, quicklegendigen und wunderflinken CD darstellt.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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