Beethoven Unknown Matthias Kirschereit © Berlin Classics
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Werke für Klavier solo - Matthias Kirschnereit: "Beethoven Unknown"

Bewertung:

Unbekannter Beethoven - "Beethoven Unknown", so hat der in Hamburg lebende Pianist Matthias Kirschnereit sein neues Album überschrieben. Eine Sammlung von Klavierstücken, die man eher selten im Konzert hört.

Bagatellen, Sonatinen, Tänze - und mit dem "Rondo in C-Dur, WoO 48" auch ein Werk des ganz jungen Beethoven: 1782, mit gerade mal 12 Jahren am Klavier komponiert.

Frech und selbstbewusst

Dieses Rondo kommt schon als durchaus "erwachsenes" Stück daher, mit einem einfachen Dur-Thema, dass sich in der Mitte in eine kleine Moll-Fantasie verwandelt, bevor der Komponist zum musikalischen Ausgangspunkt zurückkehrt. Wer mit 12 Jahren schon derart souverän zu komponieren wusste, wird wohl schon damals Größeres vorgehabt haben.

Frische Interpretation

Matthias Kirschnereit, als Solist mit rund 60 Konzerten pro Jahr auf der Bühne aktiv, als Professor für Klavier in Rostock für eine Meisterklasse zuständig, hat zu jedem der insgesamt 20 Stücke einen lesenswerten Kommentar verfasst. Bei der Sichtung des Materials sei er „aus dem Staunen“ gar nicht mehr herausgekommen. "Dachbodenfunde" gibt es hier allerdings nicht, alle aufgenommenen Stücke - darunter ein besonders gelungenes "Präludium in f-Moll, WoO 55" und die "6 Variationen in F-Dur, op. 34" - sind verlegt und gedruckt.

Die sorgfältig durchdachte Zusammenstellung der Stücke und vor allem ihre frische, kraftvolle, bei den Jugendwerken durchaus "freche" Interpretation machen das Album zu einer äußerst gelungenen Neuerscheinung im Beethovenjahr 2020.

Hans Ackermann, rbbKultur

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