All Lust und Freud Das Clavicytherium © Aeolus
Bild: Aeolus

Alte Musik - All Lust und Freud – Das Clavicytherium des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg

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Schon um das Jahr 1370 gab es das erste Saitenklavier. Ihm folgten unzählige mit Kielen angerissenen oder mit Hämmern angeschlagenen Formen. Eine der frühesten war wiederum das Clavicytherium, bei dem der Klangkörper in die Vertikale verlegt ist, das die Mechanik komplizierter und träger macht, aber auch dem Spieler einen faszinierenden Klang zu Teil werden lässt.

Im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg befindet sich ein Original aus dem Jahr 1620, auf dem faszinierend lebendige Musik aus dieser Stadt um 1600 zu hören ist.

Canzonenn, Toccaten, Tänze, internationaler Austausch, all das war in Nürnberg zu hören. Man war aus Italien mit den neuesten Trends vertraut, Komponistendynastien wie die Hasslers griffen das begeistert auf. Dabei verzierte man einfache Lieder oder Madrigale reichlich, mal aufgeschrieben, mal improvisatorisch.

Bernhard Klapproth ist dazu hervorragend in der Lage. Seine Phrasierungskunst, sein musikalisches Gespür und die Unmittelbarkeit der Aufnahme sind mustergültig. Es entsteht ein Klangpanorama, das uns noch heute den fantastischen kulturellen (und auch materiellen) Reichtum dieser internationalen Metropole vor Ohren führt. Sehr empfehlenswert!

Clemens Goldberg, rbbKultur

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