Mieczyslaw Karlowicz: Lieder © NIF
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CD-Kritik - Lieder von Mieczyslaw Karlowicz und Stanisław Moniuszko

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Nachträglich zum 200. Geburtstag gratuliert der polnische Tenor Piotr Beczała dem Komponisten der polnischen Nationaloper, Stanisław Moniuszko (1819-1872), mit fünf von dessen Liedern. Das ist ein schmaler Ausschnitt, denn in Wirklichkeit hat dieser Romantiker mehr als 300 Lieder komponiert.

Er war ein ausgeprägtiger, sehr guter Melodiker, bei dem es zudem nicht schaden kann, wenn eine Stimme (wie die von Piotr Beczała) von der Oper herkommt. Beczała hat sich schon mit einer Aufführung der Oper "Halka" (kürzlich in Wien, demnächst in Warschau) stark um Moniuszkos internationales Renommee verdient gemacht. Und das, obwohl die Rolle, die er hier singen kann, nicht einmal die Hauptrolle ist.

Von dem schon mehr der Spätromantik zuneigenden, in Berlin ausgebildeten Mieczysław Karłowicz (1876-1919) bietet die CD dagegen mit 21 (von insgesamt 23) Liedern fast das Gesamtwerk innerhalb des Genres. Dass man sich in beide Komponisten erst einhören muss, liegt sowohl daran, dass ihre Werke eher das Niveau Liszts, aber nicht das von Schumann halten.

Und daran, dass sie bei uns völlig, aber auch völlig unbekannt geblieben sind. Das spricht keineswegs gegen diese CD, die vielmehr die vielleicht wichtigste des polnischen Tenors darstellt. Seine schöne Neigung zu Juchzern und Schluchzern, die von seiner Verehrung für Richard Tauber und Jan Kiepura zeugen, passt hier ganz genau.

Kai-Luehrs Kaiser, rbbKultur

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