Francesco Maria Cattaneo: Violinkonzerte; Montage: rbbKultur
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Kammermusik - Francesco Maria Cattaneo: Violinkonzerte

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Die Hofkapelle Dresden zählte im 18. Jahrhundert zu den glanzvollsten und fortschrittlichsten. Von Franceso Maria Cattaneo dagegen hat man bisher wenig gehört. Wer war dieser Cattaneo genau?

Die Hofkapelle Dresden zählte im 18. Jahrhundert zu den glanzvollsten und fortschrittlichsten in ganz Europa. Man sprach vom "goldenen Augusteischen Zeitalter" unter August dem Starken und seinem Sohn, August III. Zu ihren noch heute berühmten Kapellmeistern gehörten Johann Adolph Hasse und Georg Pisendel, die heute noch bekannt sind. Von Francesco Maria Cattaneo hat man dagegen bisher wenig gehört, denn erst jetzt ist sein ganz schmales Werk erstmals eingespielt worden.

Cattaneo kam wie so viele Musiker der Kapelle aus Italien und arbeitete sich langsam im Orchester nach oben. Er war so etwas wie eine graue Eminenz und etwas intrigant. Trotzdem gelang es ihm erst im damals sehr hohen Alter von 60 Jahren an die Spitze der Kapelle zu treten.

Seine hier eingespielten Violinkonzerte sind voller Versatzstücke damals gängiger Stile. Man kann ganz gut den Grat zwischen Improvisation und Komposition in ihnen erkennen. Besonders interessant ist eine Seltenheit, eine aufgeschriebene Kadenz. In seinem Konzert für Violine und Fagott zeigt sich allerdings auch, dass er die Instrumente nie zusammenspielen lässt, sondern immer nur in einzelnen solistischen Auftritten.

Neben Cattaneos Werken bietet die CD noch anonyme Orchestersuiten aus dem "Schranck 2", einer Sammlung von 1750 Werken aller Art, ein wahrer Schatz und Zeugnis des Repertoires der Hofkapelle.

Die hier eingespielte Musik ist nicht sonderlich originell, aber vielleicht gerade interessant für die Durchschnittsmusik, die täglich am Hof gespielt wurde. Die Interpretation ist zwar frisch und direkt, aber die Solovioline leidet doch unter starken Intonationsproblemen in den virtuosen Passagen. Offenbar gibt es heute keine Zeit oder Geld, solche Dinge mehrfach zu schneiden.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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