Missa 1724 © ACCENT
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Geistliche Musik - Jan Dismas Zelenka: "Missa 1724"

Bewertung:

Schon im Ensemblenamen ist beim Collegium 1704 (leicht verschlüsselt) die enge Verbindung zum Werk von Jan Dismas Zelenka verankert: Auf 1704 datiert dessen erste nachweisbare Komposition, das Schulschauspiel "Via Laureata", aufgeführt im Prager Jesuitenkolleg St. Nikolaus.

Seit der Gründung des Ensembles im Jahre 2005 haben die tschechischen Musiker unter Leitung von Václav Luks Referenzeinspielungen von großen Zelenka-Kompositionen am laufenden Band vorgelegt.

Missa 1724

Auf ihrer neuesten Veröffentlichung stellen das Collegium 1704 und das Collegium Vocale 1704 eine fiktive Messe von Zelenka vor, die aus verschiedenen separat komponierten Sätzen besteht, aber dennoch hinsichtlich Besetzung und Klangidiom wie eine Einheit wirkt.

Als übergreifende Merkmale dieser um 1724 komponierten Messätze fallen der ernste Ton und die ausgefeilte Kontrapunktik auf. Hinzu kommt im Orchester die exponierte Verwendung von drei Posaunen, die einen ganz besonderen Klangcharakter erzeugt. Ergänzt wird diese imaginäre Messe durch eine originelle Salve-Regina-Vertonung von Zelenka auf Basis einer Komposition von Girolamo Frescobaldi.

Wieder eine überragende und berührende Interpretation

Erneut gelingt den Sängern und Instrumentalisten unter Leitung von Václav Luks eine außerordentlich berührende Interpretation. Chor und Solisten singen schlank und transparent. Das Orchester ist glänzend aufgelegt und auf allen Positionen hervorragend besetzt. Václav Luks gibt den teils auch recht umfangreichen Sätzen das richtige Tempo, die antreibenden Akzente und eine nie abreißende Spannung. Das faszinierende Werk von Zelenka ist derzeit bei keinem anderen Ensemble besser aufgehoben.

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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