Leo Brouwer © Naxos
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Gitarre - Leo Brouwer: "Gitarrenwerke Vol. 5"

Bewertung:

Einer der größten Meister des 20. Jahrhunderts ist der kubanische Komponist Leo Brouwer. Gerade ist der 5. Band seines Gesamtwerks bei Naxos erschienen.

Leo Brouwer, geboren 1939, ist ein sehr fruchtbarer, vielseitiger Komponist. Geboren in Havanna, wo er noch heute lebt, ist er Gitarrist, Komponist, Schlagzeuger, Dirigent und Lehrer. Sehr bekannt ist auch seine Musik zum Film "Bittersüße Schokolade". Den Schlagzeuger spürt man besonders oft! Seine Werke sind aus der kubanisch-afrikanischen Musik und dem Flamenco gespeist. Nach Ausflügen in die Avantgarde des 20. Jahrhunderts kehrt er nun in seinen Sonaten der Jahre 2012-15 zurück in einen traditionelleren Stil, den er "hyperromantisch" nennt.

Trotzdem ist Mathematik durchaus noch wichtig, so in seiner 5. Sonate "Ars Combinatoria", ein Verweis auf metrische Experimente des Mittelalters und der Renaissance. Seine Toccata ist allerdings auch geradezu ein Kompendium moderner Gitarren-Techniken.

Brouwer bezeichnet seine 4. Sonate "Feier des Gedächtnisses" als eines seiner wichtigsten Werke. Hier blickt er auf eigene Werke seines langen Lebens zurück. Typisch auch hier die metrischen Experimente. Auch in der 3. Sonate nimmt Brouwer Bezug auf ein eigenes früheres Werk, die Musik ist hier erzählerischer angelegt, auch mit impressionistischen Zügen.

Pedro Mateo González ist ein idealer Interpret dieser Musik, mit dem nötigen Wagemut des Virtuosen und doch mit rhythmischer Sattelfestigkeit. Sein Spiel klingt fast spontan und in den langsamen Passagen auch mit innerer Ruhe. Die CD macht Lust auf die vorigen vier Ausgaben dieser Gesamteinspielung.

Clemens Goldberg, rbbKultur

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