Ludwig van Beethoven, Symphonien Nr. 1 – 9 © Sony Classical
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Orchesterwerke - Ludwig van Beethoven: "Symphonien Nr. 1–9"

Bewertung:

Eine CD-Kritik von Kai Luehrs-Kaiser

Im Vorfeld seiner Haydn-Symphonienzyklus, der bis 2032 fertig werden soll, spielte der italienische Alte Musik-Dirigent Giovanni Antonini auch alle Neune von Beethoven ein – auf historischen Instrumenten mit dem Kammerorchester Basel (2004-2016). Der weich aufgefächerte, warm schraffierte Klang lässt Beethovens Symphonien erscheinen, als seien es Aquarellzeichnungen Goethes in der Campagna: Lässig, apollinisch entspannt und durchaus natürlich wirkend. Haydn klingt gleichfalls nach. In den späten Symphonien führt dies zu belcantesker Leichtigkeit, auch Kurzatmigkeit, Unruhe und Stoßverkehr. Man gewinnt den Eindruck, als sei heute, wo der Zyklus erstmals gesammelt erscheint, die Zeit schon halb drüber weggegangen. Schön, aber nicht ultimativ.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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