Pygmalion und Raphaël Pichon: Bach – Motetten; Montage: rbbKultur
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Pygmalion | Raphaël Pichon - Johann Sebastian Bach: Motetten

Bewertung:

Eine Kritik von Bernhard Schrammek

Die sechs großen Motetten von Johann Sebastian Bach sind Ausnahmewerke der Chorliteratur: Hoch anspruchsvoll, ausdrucksstark und theologisch durchdacht. Bach verknüpfte dabei die reiche Motettentradition des 16. und 17. Jahrhunderts mit seinem persönlichen, kantatenerprobten Stil. – Das französische Ensemble Pygmalion hat diese Motetten nun neu eingespielt.

Unter der Leitung von Raphaël Pichon gelingt dabei eine außergewöhnlich emotionale Produktion. In französischer Tradition setzt er stark auf die rhythmische Komponente und lässt seinen Chor mit extremen Tempi (sowohl schnell als auch langsam) und Betonungen singen. Die Sängerinnen und Sänger folgen ihm auch in den virtuosesten Passagen scheinbar mühelos in größtmöglicher Perfektion und präsentieren darüber hinaus eine exzellente Textverständlichkeit. Hinzu kommt ein abwechslungsreich besetzter, schlagkräftiger Continuo, der für eine sichere Grundierung sorgt. Ergänzt werden die Bach-Motetten durch drei wesentlich ältere Werke aus dem "Florilegium Portense", eine mutige Konfrontation, die angesichts der hervorragenden chorischen Leistung bestens aufgeht.

Ganz klar eine neue Referenzeinspielung!

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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