Mozart - Betulia Liberata © Aparte
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Les Talens Lyriques - Wolfgang Amadeus Mozart: "Betulia Liberata" KV 118

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Wer an Mozarts Opern denkt, dem fallen vermutlich eine Menge Werke ein: "Zauberflöte", "Don Giovanni" oder "Figaros Hochzeit". Kaum aber "Betulia Liberata" , das befreite Bethulien, ein Werk des jungen Mozarts. Er war erst 15, als er dieses Auftragswerk für Padua schrieb. Dass es dann dort nicht aufgeführt wurde, spricht für sich.

Jetzt ist eine Neueinspielung beim Label Aparte erschienen. Christoph Rousset dirigiert sein Ensemble Les Talens Lyriques. Rousset ist eigentlich genau der Richtige für solche Werke – was hat er nicht schon alles reanimiert! Diverse Salieri-Opern zum Beispiel.

Er hält seine Sänger zu großer dramatischer Textauslegung des drögen Librettos an, vielleicht hat das zu der Fehlentscheidung geführt, den Tenor Pablo Bemsch als Ozia einzusetzen? Die Stimme klingt zu sehr nach Verdi und in den Auszierungskunst bleibt er weit hinter den andern Sängern zurück – dafür gibt es einige überwältigend gute Interpreten bei den Damen.

An der Umsetzung liegt es also nicht, dass man das Werk zwar beim Hören bewundert, aber danach sofort wieder vergisst.

Matthias Käther, rbbKultur

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