Antonio Vivaldi "Argippo" © Naive
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Europa Galante - Antonio Vivaldi: "Argippo"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Auch in der Welt der Musik gibt es Projekte, die dem Flughafen-Bauprojekt des BER ähneln: sie nehmen einfach kein Ende. Im Jahr 2000 startete die Antonio-Vivaldi Gesamtausgabe auf CD beim Label Naive und beendet ist sie auch 21 Jahre später noch nicht.

Mit der Oper "Argippo" ist jetzt Nr. 64 der Edition erschienen - allerdings werden die CDs nicht in der richtigen Reihenfolge veröffentlicht. Es handelt sich um eine Hofintrigengeschichte, in der man nur schwer durchsieht - lauter heroisiche Gesten von heroischen Gestalten.

Doch die Musik reißt alles wieder raus: Sie ist nicht komplett von Vivaldi, der zum Teil sehr einförmig sein kann. Hier ist durch die Mischung eine erstaulich breite Palette an Emotionen und Ausdrucksformen zu hören und sehr gut umgesetzt: Die Sänger sind alle handverlesen und vorzüglich, allen voran die Sopranistin Emőke Baráth als Argippo.

Fabio Biondi mit seinem Ensemble Europa Galante ist ein alter Vivaldi-Hase und wirft sich mit Schwung in die merkwürdige Partitur.

Matthias Käther, rbbKultur

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