Antonio Salieri: "Armida" © Aparte (Harmonia Mundi)
Aparte (Harmonia Mundi)
Bild: Aparte (Harmonia Mundi)

Dramma per Musica in 3 Akten - Antonio Salieri: "Armida"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Die heidnische Zauberin Armida verliebt sich in einen christlichen Ritter: Torquato Tassos epische Geschichte gilt als einer der ersten echten Fantasy-Stoffe der Weltliteratur. Viele Komponisten haben diesen Stoff vertont – beim Label Aparté erschien jetzt Antonio Salieris "Armida".

Ganze 21 Jahre alt war Salieri, als er es für Wien komponiert hat: ein freches, schäumendes Jugendwerk. Er hält sich kaum an die üblichen Formeln der gängien Opera seria, sondern tobt sich aus. Er spielt mit Effekten und schon im ersten Akt gibt es Tänze und Chöre, die große Dakapo-Arie kommt kaum vor. Ein erstaunliches Werk.

Die Aufnahme zu verdanken ist Christophe Rousset, einem der größten lebenden Salieri-Fans unter den Dirigenten. Doch können die beiden Hauptakteurinnen, die Sopranistinnen Lenneke Ruiten und Florie Valiquette, nicht ganz überzeugen, kommen sie doch recht bald an ihre Grenzen. Dennoch darf man dankbar sein: die Aufnahme dieses tollen Werks entstand unter schwierigen Corona-Bedingungen.

Matthias Käther, rbbKultur

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