Medea © Coviello
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Melodram in einem Akt - Georg Anton Benda: "Medea"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Verstoßen von ihrem Mann Jason wegen einer anderen Frau bringt sie aus Rache ihre beiden gemeinsamen Kinder um: Der antike Mythos der rasenden Zauberin Medea hat über die Jahrhunderte immer wieder Künstler fasziniert - im 20. Jahrhundert etwa den Regisseur Pier Paolo Pasolini und die Autorin Christa Wolf. Eine der bekanntesten "Medea"-Versionen im 18. Jahrhundert war das Melodram von Georg Anton Benda, das nun neu auf CD erschienen ist.

Für dieses Melodram - eine Art Kreuzung aus Sprechtheater und Oper - hat man mit Katharina Thalbach eine wirklich große Schauspielerin gefunden. Sie schafft es, die Wandlung von Medea von der liebenden zur mordenden Mutter plausibel zu machen.

Das Orchester ist diskret und verschwindet ein bisschen hinter dem Rücken der Thalbach - aber in den wenigen Momenten, in denen es freisteht, merkt man dann doch, wie gut es ist.

Matthias Käther, rbbKultur

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