Daniel-Francois-Esprit Auber: Ouvertüren-Editon –Teil 3 mit dem Moravian Philharmonic Orchestra und Dario Salvi; Montage: rbbKultur
Naxos
Bild: Naxos

Moravian Philharmonic Orchestra - Daniel-François-Esprit Auber: Ouvertüren Vol. 3

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Daniel-François-Esprit Auber war einer der wichtigen französischen Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts. Heute ist sein Ruhm allerdings etwas verblasst, aufgeführt werden seine Opern nur selten. Und doch erscheint eine großangelegte Ouvertüren-Edition beim Label Naxos.

Auber als "Influencer" der Oper

Neudeutsch formuliert: man entdeckt Auber heute als wichtigen Influencer wieder. Man kann eigentlich sagen, er ist ein bisschen der Carl Philipp Emanuel Bach der Oper: Auber hat fast alle beeinflusst - Lortzing, Wagner und Rossini und er hat mit seiner "Manon Lescaut" eine Steilvorlage für Massenet und Puccini geschaffen.

Aubers Musik klingt in der Instrumentierung eher schlank und auch immer ein bisschen wie Offenbach nach Orchestergraben; die Ouvertüren riechen noch nach Theaterluft und wirken nicht wie verhinderte Konzertpiecen. Dirigent Dario Salvi bildet die Musik mit ihren Stärken und Schwächen so ab, wie sie ist, er versucht nichts zu flicken – auch hier erleben wir Auber mal als Routinier mit mageren Einfällen, als mittelmäßigen Orchestrierer, dann wieder als Genie, sprühend vor Esprit.

Anders als die vorige Scheibe, wo vor allem Frühwerke zu hören waren, findet man hier Opern der mittleren und späten Jahre, viele davon völlig unbekannt - insgesamt eine sehr schöne und abwechslungsreiche Mischung.

Matthias Käther, rbbKultur

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