Franz Schubert: Die schöne Müllerin – mit Andrè Schuen; Montage: rbbKultur
Deutsche Grammophon
Bild: Deutsche Grammophon

Andrè Schuen, Bariton | Daniel Heide, Klavier - Franz Schubert: "Die schöne Müllerin"

Bewertung:

Eine Kritik von Kai Luehrs-Kaiser

Der aus Südtirol stammende Bariton Andrè Schuen (37) gilt als große Hoffnung der Lied-Sänger. Hier marschiert er in Gestalt der "Schönen Müllerin" aufs Zentrum des Gewerbes zu ("Winterreise" und "Schwanengesang" sollen wohl folgen).

Sehr gute Diktion und Textverständlichkeit. Sehr guter Einstieg in die Lyrik der Texte. Begleiter Daniel Heide legt nicht nur einen Teppich drunter, sondern interpretiert selber; vorbildlich. Schuen wiederum gelingen die langsamen Lieder am Besten; nicht zuletzt deshalb, weil die Stimme viril, bleifarben und zuweilen fast hart klingt (was zu den schmelzenden Text einen schönen Gegensatz bildet).

Im Forte indes scheppert’s ein bisschen. Das bedeutet: Sein Farbspektrum ist nicht das größte. Dennoch ist Schuen hier goldrichtig am Platze. Der "Schönen Müllerin" kann ruhig mal etwas härter auf den Zahn gefühlt werden. Willkommen im Schubert-Club.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

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