Luigi Cherubini: Faniska; Montage: rbbKultur
Dux
Bild: Dux

Oper - Luigi Cherubini: "Faniska"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Luigi Cherubini war einer der wichtigsten Opernkomponisten der Zeit um 1800. Heute ist er vor allem noch für seine "Medea" bekannt. Beim polnischen Label DUX ist jetzt seine Oper "Faniska" erschienen. Enstanden ist Aufnahme im Rahmen des renommierten Beethoven-Festivals in Warschau, ein hochanerkanntes Festival mit einem immer spannenden Opernprogramm.

Beethoven war bei der Wiener Premiere von "Faniska" 1806 noch anwesend. Die beiden Komponisten mochten sich und es gibt durchaus stilistische Ähnlichkeiten.

Leider ist zumindest die erste Hälfte der Oper von verblüffender Bleiigkeit und narkotischer Zerquältheit. Man muss ein bisschen Geduld mitbringen, wenn man die Stärken des Werks genießen will.

Gesungen und gespielt wird auf sehr gutem bis exzellentem Niveau - besonders beeindruckend: Krystian Adam als Fidelio-Doppelgänger Rasinski und Robert Gierlach als baritonaler Schurke Zamoski. Der Grund, weswegen man hier aber wirklich zuschlagen sollte, heißt Łukasz Borowicz - einer der besten polnischen Dirigenten der Gegenwart: zupackend, enthusiastisch und mit Leidenschaft für jede Note.

Matthias Käther, rbbKultur

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