Proust – Le concert retrouvé; Montage: rbbKultur
Harmonia Mundi
Bild: Harmonia Mundi

Kammermusik - "Proust, le concert retrouvé"

Bewertung:

Eine Kritik von Kai Luehrs-Kaiser

Am 1. Juli 1907 veranstaltete der aufstrebende Marcel Proust im Grandhotel Ritz in Paris ein Kammerkonzert für 20 geladende Gäste. Das genaue Programm weiß man offenbar nicht mehr. Wohl aber, dass die 1. Violinsonate von Gabriel Fauré im Zentrum stehen sollte – mit ihm selber am Klavier (er musste aber absagen).

Die vorliegende CD reimaginiert diesen Abend – und ergänzt ihn um Werke wie Wagners Liebestod, der für Prousts Romanzyklus "Auf der Suche verlorenen Zeit" bedeutsam war.

Théotime Langlois de Swarte, von der Alten Musik herkommend, spielt die "Davidov-Stradivari", die sonst im Museum hängt. Tanguy de Williencourt sitzt an einem Érard-Flügel. So wird der private Charakter des musikalischen Salons (im Unterschied zum öffentlichen Konzert) auch klanglich gewahrt. Das alles ist etwas spekulativ – und sehr reizvoll und schön.

Pathetischer ausgedrückt: Diese CD sollte in keiner Proust-Bibliothek fehlen.

Kai Luehrs-Kaiser, rbbKultur

Im Programm

rbbKultur - Rezension; © rbb
suhrkamp

Proust lesen mit rbbKultur - "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"

Es ist der längste und bedeutendste Roman der französischen Literatur: ein Zyklus aus sieben Bänden und mehreren tausend Seiten. rbbKultur startet mit einem echten Mammutprojekt ins neue Jahr: Marcels Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". In insgesamt 329 Folgen begeben wir uns gemeinsam mit den Hörer*innen von rbbKultur auf die Suche nach der verlorenen Zeit.

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autorenfotos.com/Heike Bogenberger

Kolumne - Lust und Frust mit Proust

Unsere Lesung, Marcel Prousts Roman "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit", begleiten wir mit einer wöchentlichen Kolumne der Autorin und Journalistin Doris Anselm, die einerseits die großen Momente dieses Romanzyklus feiert und andererseits zum Durchhalten und Dranbleiben anfeuert. Denn dieses Werk ist wie eine Gipfeltour: herausfordernd, aber jede Mühe wert.

Doris Anselm liest "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit"

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