Johann Strauss Sohn: Ritter Pasman © Orfeo
Orfeo
Bild: Orfeo

Oper in drei Akten - Johann Strauß (Sohn): "Ritter Pasman"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Johann Strauß war nicht nur der Walzerkönig des 19. Jahrhunderts, er genoss durchaus auch Respekt als Bühnenkomponist. Bis heute sind Operetten wie "Die Fledermaus" oder "Der Zigeunerbaron" beliebte Dauerbrenner aus den Bühnen. Dass er auch Opernkomponist war, ist kaum bekannt. Jetzt ist beim Label Orfeo "Ritter Pasman" erschienen: Strauss' erster und letzter Versuch, sich mit einer durchkomponierten großen Oper samt Ballettmusik Respekt zu verschaffen.

Dass Strauss‘ anscheinend großen Respekt vor der Hofoper hatte, ist hier deutlich zu hören: All das, was er so gut konnte - Melodien erfinden, elegante Rhythmen heraufbeschwören - geht hier nach hinten los. Und schon der Spinnerinnen-Chor der ersten Szene klingt verdächtig nach "Fliegendem Holländer".

Bei der Aufnahme handelt es sich um eine konzertante Aufführung aus dem Jahr 1975 aus dem Wiener Musikvereinssaal mit dem Chor und Orchester des ORF unter Heinz Wallberg, damals ein gestandener und hochgeschätzter Fachmann für deutsches Opernrepertoire jenseits von Wagner und Richard Strauss.

Aufgewertet wird diese hoffnungslos misslungene Oper durch Stimmen wie Eberhard Wächter, Josef Hopferwieser und vor allem Trudeliese Schmidt, die das Glück hat, die einzig gelungene Gesangsnummer der Oper vortragen zu dürfen.

Matthias Käther, rbbKultur

Weitere Rezensionen