Domenico Cimarosa: Il Matrimonio Segreto © cpo
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Melodramma giocoso in zwei Akten - Domenico Cimarosa: "Il Matrimonio segreto"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Sie war DER Kassenschlager zwischen Mozart und Rossini: Domenico Cimarosas "heimliche Ehe" - "Il Matrimonio segreto". Eine der meistgespielten komischen Opern der Musikgeschichte kehrt nun in einer Neuaufnahme unter der Leitung von Alessandro De Marchi zurück auf CD.

Mit einer Länge von 3 Stunden 17 Minuten ist diese Aufnahme endlich mal komplett – der Dirigent hat das Werk ernst genommen und versucht, es so seriös und präzise aufzunehmen wie einen Scarlatti oder Mozart - tatsächlich handelt es sich um einen Mitschnitt vom renommierten Festival der Alten Musik in Innsbruck.

Von den sechs mitwirkenden Solist*innen sind fünf passabel bis glänzend. Die Damen sind allesamt in Hochform und Renato Girolami als Graf auf Freiersfüßen ist mal nicht der plüschige Außenseiter, sondern ein Draufgänger, ein enger Verwandter Figaros. Doch ausgerechnet der Tenor, der heimliche Partner Carolinas, eine zentrale Figur, ist hier komplett fehlbesetzt. Es hätte einen schlanken, stimmschönen Tenor mit viel Schmelz gebraucht. Ohne Jesús Álvarez wäre es eine fast perfekte Einspielung geworden.

Matthias Käther, rbbKultur

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