Marin Marais: Cinquième Livre de Pièces de Viole © Ricercar
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François Joubert-Caillet und L‘Achéron - Marin Marais: Cinquième Livre de Pièces de Viole

Bewertung:

Eine Kritik von Bernhard Schrammek

Sieben Jahre lang hat der französische Gambist François Joubert-Caillet mit seinem Ensemble L’Achéron an einem bislang beispiellosen Projekt gearbeitet: der Einspielung sämtlicher rund 600 Gambenwerke von Marin Marais auf 20 CDs.

Am Schluss dieser Marathon-Aufnahme steht das fünfte Gambenbuch von Marais, erschienen 1725 in Paris, als der alternde Komponist sich bereits weitgehend ins Privatleben zurückgezogen hatte. Das hinderte ihn freilich nicht daran, weiter an der Gattung des Charakterstücks zu experimentieren und der Gambe immer neue Töne zu entlocken. François Joubert-Caillet bringt das riesige Klangspektrum von Marais in höchst abwechslungsreicher Weise zum Klingen, mal träumerisch, mal humorvoll-grotesk, mal tief traurig, mal virtuos. Unterstützt wird er dabei von fünf Continuo-Musikern, die durch ihr intelligentes Spiel gleichfalls viel zum Gelingen dieser Edition beitragen.

Ein großartiges Projekt kommt hier zu einem "Happy End".

Bernhard Schrammek, rbbKultur

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