Jules Massenet: Ariane; Montage: rbbKultur
Bild: Palazzetto Bru Zane

Oper - Jules Massenet: "Ariane"

Bewertung:

Eine Kritik von Matthias Käther

Klar, Massenet ist immer gut. Ob immer gleich gut, ist diskutabel. Der späte Meister ist – zumindest hierzulande – kaum bekannt, dabei finden sich noch 10 Opern nach 1900 im
Werkverzeichnis. "Ariane" (1906) gehört dazu.

Geschlossenheit und große Bögen sind nicht gerade die Stärke dieses geradezu hollywoodesken Griechen-Spektakels um Ariadne und Phädra. Dafür kommt kaum Langeweile auf, und Massenet kann noch mal alle Farben seiner reichen Palette auf ein erbarmungswürdig schlechtes Libretto draufpinseln.

Wieder mal ein Beweis für die Macht der Musik: Am Ende ist einem das egal. Die Klänge zählen. Sauber und streckenweise auch brillant umgesetzt, atemberaubend textverständlich bis in die Chormassen hinein. Amina Eldris und Kate Aldrich: Große Interpretinnen. Gebraucht hätte es überlebensgroße. Aber woher nehmen und nicht stehlen?

Matthias Käther, rbbKultur

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