Der Autor Amir Gudarzi präsentiert auf dem Stückemarkt des Theatertreffens 2019 über sein Stück "Die Burg der Assassinen". (Bild: rbb)
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Theatertreffen 2019 - Junge Autoren präsentieren ihre Stücke

Der Stückemarkt des Theatertreffens bietet jungen Autoren eine Plattform, um ihre Texte vorzustellen und sich darüber auszutauschen. In diesem Jahr ist auch der iranisch-östreichische Autor Amir Gudarzi mit seinem "Die Burg der Assassinen" eingeladen.

Zwischen zwei Aufführungen bleibt ein bisschen Zeit zum Reden und dann tauchen sie wieder ab in die Theaterwelt. Das Problem junge Leute anzuziehen, scheint es bei diesem Theatertreffen nicht zu geben. Die Begeisterung ist ansteckend.

 Julien Reimers – Theaterblogger

"Theater ist ein Ort an dem Kommunikation in einer gemeinsamen Stimmung funktioniert, die alle Menschen teilen und das ist unschlagbar und das ist gegen jede Mode erhaben."

Laura Meins – Dramaturgiestudentin

"Es gehört für mich zu meinem Leben dazu, wie auch Netflix oder andere Dinge"

Nazareth Hassan – Autor

"Theater inspiriert, ist lebendig und ich denke Leute wollen hinter dem Bildschirm vorkommen und echte Erfahrungen machen."

Das Theatertreffen kümmert sich um den Nachwuchs. Amir Gudarzi ist als junger Autor aus über 300 Bewerbern ausgewählt worden. Heute darf er hier sein Stück zeigen.

Amir Gudarzi - Autor

"Als ich den Anruf bekommen habe, war ich in Tadschikistan, in Duschnabe, wo ich im Moment lebe. Ich habe auf mein Handy geschaut und war neugierig und bin rangegangen. Ich habe mich gefreut, daraus kann ich keinen Hehl machen"

Ein leicht wienerischer Akzent schlägt durch bei Amir, der im Iran geboren ist, aber lange in Wien gelebt hat. Nun ist er in Tadschikistan hängen geblieben, wie er sagt.  Er schreibt auf Deutsch.

Amir Gudarzi - Autor

"Eine leise Stimme hat mir gesagt: "Du wirst Schauspieler". Aber als ich dann angefangen habe Stücke zu lesen, hab ich so eine neue Welt für mich entdeckt. Obwohl alle behaupten Stücke seien langweilig zu lesen und die müsse man immer anschauen."

Da war er 15. Und nun posiert der 32-Jährige für eine Theaterbloggerin, die über ihn schreiben möchte.

Gleich ist es soweit, die Vorstellung beginnt. Hinter einem ernsten Gesicht verbirgt er seine Aufregung. Wie wird sein Stück angenommen?

Amir Gudarzi - Autor

"Das heutige Stück hat viele Themen. Da ist eine Geschichte von Marco Polo, der sich damals vor ein paar Jahrhunderten auf den Weg gemacht hat Richtung Osten. Und dann gibt es eine Figur, die sich heute auf den Weg macht von Osten Richtung Westen. Sie treffen sich und so verweben sich die Geschichten miteinander."

Amir Gudarzis Stück wird nicht richtig gespielt, sondern von vier Schauspielerinnen gelesen. Mit dabei ist auch Jung-Star Jasna Fritzi Bauer. Das Drama von Amir Gudarzi ist keine leichte Kost. Aber das finden hier die meisten gut so.

Florentine Fuhrmann – Studentin

"Es fühlt sich alles ganz bedeutungsvoll an und das liebe ich, dieses Gefühl"

Jasna Fritzi Bauer, Schauspielerin

"Theater ist unendlich. Weil jeder Abend anders sein kann und jeder Abend ist anders es läßt sich nichts wiederholen auch wenn du denkst, du hättest den Satz gleich wiederholt aber du hast ihn nicht gleich wiederholt"

Während Amir Gudarzi an der Theaterbar durchatmet, wird über sein Stück noch diskutiert.

Amir Gudarzi - Autor

"Ich bin natürlich froh darüber, was jetzt gerade geschieht, dieser Austausch mit dem Publikum. Das ist ja das was ich vom Theater erwarte, dass ich mit meinen Themen kommen kann und sie können sich anschauen, was mein Anliegen ist. Und das ist eigentlich das Größte was man haben kann."

Für Amir Gudarzi ist es ein guter Abend. Der richtige Raum für seine Themen - und ein junges, begeisterungsfähiges Publikum.

Autorin: Theresa Majerowitsch