Kitsch-Pudel (Foto: © imago-images/Charles Orr); Bearbeitung: rbbKultur
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Begriffe, Veränderungen, Seltsamkeiten - Des Pudels Kern - Theater leicht gemacht

Kennen Sie das: Sie hören eine Theaterrezension und ihnen klingeln vor Fachbegriffen die Ohren? Oder Sie haben sich beim Studieren des Programmhefts schon immer gefragt, was es eigentlich mit dieser Position "Dramaturgie" wirklich auf sich hat? Vielleicht stellen Sie auch fest, dass im heutigen Theater so viele Dinge anders sind als früher – aber warum, und wen fragen? Wir haben da etwas für Sie: Unsere Serie "Des Pudels Kern – Theater leicht gemacht", in der die Theaterkritikerin Barbara Behrendt regelmäßig Begriffe, Veränderungen, Seltsamkeiten erklärt.

Begriffe, Veränderungen, Seltsamkeiten

Laien auf der Bühne: im Badischen Staatstheater Karlsruhe wird das Stück "100 Prozent Karlsruhe" des Berliner Regie-Trios Rimini Protokoll geprobt; © dpa/Uli Deck
dpa/Uli Deck

Des Pudels Kern | 14. Folge - Warum stehen immer mehr Laien auf der Bühne?

Theater ist ja eigentlich eine ganz einfache Kunst – es braucht nur einen, der spielt und einen, der zusieht. Schon kann's losgehen. Der Bettler kann auf der Bühne zum König werden. Aber was, wenn der Bettler gar nicht den König spielen, sondern von seinem Leben als Bettler erzählen will? Ist das dann noch Theater?

Was Sie schon immer über Theater wissen wollten, ...

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Bad Lauchstädt – Festspiel der Deutschen Sprache: "Neun Nonnen fliehen" von Rolf Hochhuth; © imago-images/Kühn
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Des Pudels Kern | 11. Folge - Warum gibt es kaum noch Buhrufe im Theater?

Applaus, Standing Ovations, Buh- und Bravorufe – das gehört zum Theater wie der Schauspieler auf der Bühne. Wann aber haben Sie letzmalig eine Aufführung erlebt, die so richtig ausgebuht worden wäre? Kann es sein, dass es heute viel weniger offen bekundetes Missfallen gibt? Ist das Publikum höflicher geworden – oder das Theater belangloser? Barbara Behrendt hat sich dazu Gedanken gemacht.

Schauspieler lernt Text auf dem Schnürboden; © imago-images/Francesco Buttitta
imago-images/Francesco Buttitta

Des Pudels Kern | 8. Folge - Wie können sich Schauspieler nur so viel Text merken?

Es ist eine Frage, so alt wie das Theater selbst und für Zuschauerinnen und Zuschauer ein ewiger Quell der Faszination: Wie schaffen es Schauspieler, stundenlang auf der Bühne frei und ohne Manuskript zu sprechen? Schauspieler*innen rollen meistens mit den Augen, wenn diese Frage kommt. Warum eigentlich?

Vierte Wand – Scheinwerfer auf einer Bühne
dpa/blickwinkel/M. Gann

Des Pudels Kern | 7. Folge - Was ist die "Vierte Wand"?

"Der Schauspieler hat die Vierte Wand durchbrochen" – wer bei diesem Satz einen Spieler in Blaumann-Kostüm vor sich sieht, der mit Hammer und Meißel auf der Bühne eine Mauer einreißt, ist auf der falschen Fährte. Was eigentlich mit "der vierte Wand" gemeint ist, erläutert Barbara Behrendt.

Mann mit Laptop vor Theaterbühne mit geschlossenem Vorhang; © imago-images/Francesco Buttitta
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Des Pudels Kern | 5. Folge - Was macht eigentlich ein Dramaturg?

Das Wort "Dramaturg" kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet eigentlich Dramenverfasser, Schauspieldichter. Aber der heißt im Deutschen ja Dramatiker. Wozu braucht es also diesen Beruf, ohne den die meisten Theater auf dem Globus ganz gut zurechtkommen? Laut John von Düffel, der eben jenen Beruf ausübt, weiß das nicht einmal der Dramaturg selbst.

Corinna Kirchhoff, "GESPENSTER" von Henrik Ibsen, Fotoprobe am 6.10. im Berliner Ensemble, Berlin, Premiere am 08.10.2020
dpa/POP-EYE/Christian Behring

Des Pudels Kern | 4. Folge - Sind Schauspieler wirklich traurig, wenn sie weinen?

Die Tränen, die der Schauspieler Ulrich Matthes vor gut zehn Jahren in Tschechows "Onkel Wanja" am Deutschen Theater vergossen hat, sind so berühmt geworden wie Jürgen Goschs berührende Inszenierung. "Echte Tränen" habe Matthes geweint, las man bei davon völlig erstaunten Kritikern. Aber was soll das sein: echte Tränen?

Julia Windischbauer und Alexander Khuon bei der Fotoprobe des Theaterstücks 'Maria Stuart' im Deutschen Theater. Berlin, 28.10.2020; © dpa/Geisler-Fotopress
dpa/Geisler-Fotopress

Des Pudels Kern | 3. Folge - Warum gibt es kein realistisches Bühnenbild mehr?

Ja, an traditionellen Häusern sieht man noch realistische Räume, die das soziale Milieu definieren, das Gezeigte in der Welt verorten. State of the art aber sind abstrakte Bühnen. Ein schwarzes Wasserbecken, in dem sich die Figuren spiegeln etwa. Eine Wand in der Bühnenmitte, die sich drehen lässt. Warum ist das so?

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Vaganten Bühne: Fliegende Eier von Sarajevo – mit Senita Huskić, Natalie Mukherjee; © Fabienne Dür
Fabienne Dür

Vaganten Bühne - "Fliegende Eier von Sarajewo"

In Deutschland waren die 90er Jahre heile Welt: Millionen schauten "Der mit dem Wolf tanzt" im Kino oder feierten halbnackt bei der "Loveparade". Ganz anders sah es im damaligen Jugoslawien aus: Im Osten Europas tobte ein Krieg zwischen den Ethnien, der mit brutalen Massakern an der zivilen Bevölkerung einherging. Zum Beispiel das in Srebrenica vor 26 Jahren, im Juli 1995. 8.000 Bosniaken, hauptsächlich Jungen und Männer, wurden dabei ermordet. Im Gedenken an die Opfer zeigt die Vaganten Bühne die Uraufführung eines Stücks, das die Familiengeschichte eines bosnischen Flüchtlingsmädchens erzählt.

Bewertung:
David Ruland, Moritz Gottwald, Renato Schuch, Laurenz Laufenberg, Genija Rykova und Robert Beyer in "Michael Kohlhaas" (Regie: Simon McBurney und Annabel Arden, Schaubühne) © Gianmarco Bresadola
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Schaubühne am Lehniner Platz - "Michael Kohlhaas"

Michael Kohlhaas ist bereit bis zum Äußersten zu gehen, um Gerechtigkeit zu bekommen. Kleists berühmte Novelle hat der Regisseur Simon McBurney für die Berliner Schaubühne dramatisiert und dort in Szene gesetzt. Er fragt dabei, ob es richtig ist, das Gesetz zu brechen und welche Formen des Widerstands angemessen und effektiv sein können.

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Berliner Ensemble: Fabian oder Der Gang vor die Hunde; hier: Marc Hosemann, Margarita Breitkreiz; © Matthias Horn
Matthias Horn

Berliner Ensemble - "Fabian oder Der Gang vor die Hunde"

Gerade hatte Erich Kästners Roman "Fabian oder Der Gang vor die Hunde" bei der Berlinale Premiere, da kommt der Stoff zwei Tage später auf einer Berliner Theaterbühne heraus. Fünf Stunden nahm Frank Castorf sich dafür Zeit, während das Publikum mit Masken im Zuschauersaal saß.

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