(Life on earth can be sweet) Donna von René Pollesch | Deutsches Theater | Foto: Arno Declair
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Deutsches Theater - "(Life on earth can be sweet) Donna"

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Die Drehbühne wirkt wie eine große Torte, durch Sperrholzwände in einzelne Stücke geschnitten. Das schmalste Stück trägt Backstein-Optik, als gehörten die Wände zu Reihenhäusern, durch die eine kleine Straße führt.

Wie gemacht für die Spielerinnen und Spieler, den Kern des Abends wortreich auszubreiten: Bertolt Brechts sogenannte "Straßenszene", mithilfe derer er sein Episches Theater erklärte. Wenn der Zeuge eines Verkehrsunfalls dessen Hergang zu erzählen, darzustellen, zu wiederholen versuche, so Brecht – das sei Episches Theater.

Eigentlich eine Reminiszenz an die Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway ...

Was Brecht für Polleschs Theater der Repräsentationskritik bedeutet, darum kreisen die folgenden anderthalb Stunden. Zwar sollte das Stück eigentlich eine Reminiszenz an die amerikanische Wissenschaftstheoretikerin Donna Haraway werden, daher die "Donna" im Titel. Doch viel mehr als ein paar Hinweise auf den sich transformierenden Menschen der Zukunft in Haraways Werk ist davon nicht übrig geblieben.

(Life on earth can be sweet) Donna von René Pollesch | Deutsches Theater | Foto: Arno Declair
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Bühnenbildnerin gibt Dreh- und Angelpunkte vor

Erste Autorin eines Abends ist aber, so beschreibt es Pollesch selbst, die Bühnenbildnerin – in diesem Fall Anna Viebrock, Christoph Marthalers Lieblingsbühnenkünstlerin. Sie gibt die Dreh- und Angelpunkte vor. Die meisten Wände sind hier mit den Rückseiten zum Publikum aufgestellt, als befände man sich hinter der Bühne. Sichtblockaden, hinter denen die Spieler komplett verschwinden können.  

Insider-Veranstaltung

Auf einer dieser Rückseiten spielt Martin Wuttke, einer der Stars der Inszenierung, einen Schauspieler, der den besten Lear der Welt geben kann – allerdings nur in der Küche und unter der Dusche, ohne Publikum.

Wuttke und Milan Peschel gehören zu jenen Spielern, die das sprichwörtliche Telefonbuch vorlesen können – ihnen zuzusehen ist immer eine Freude. Hier wirken sie allerdings eher unterfordert. Sie stehen oder sitzen mit Judith Hofmann, Jeremy Mockride und Bernd Moss an der Rampe herum und referieren wieder und wieder Brecht, ohne dabei weit übers Theater hinauszuweisen. Der Abend bleibt eine Insider-Veranstaltung, bei der Pollesch übers eigene Schaffen sinniert und selbstreferenzielle Volksbühnen-Gags einbaut.

Transformation zur Maschine

Immerhin ein, zwei heitere Spielszenen gibt es. Etwa, wenn sich die Bühne dreht und wir auf drei große Pappautos schauen – die plötzlich aufstehen und sich als Wuttke, Peschel und Mockridge entpuppen. Sie haben es gewagt, sich mit ihrer Rolle, der des Autos, zu identifizieren und sogar zur Maschine zu transformieren. Eine Anspielung auf den Action-Film "Transformer" und Donna Haraway.

Der Funke springt nur selten über

Auch ein paar schöne Bonmots über die Einsamkeit, das Vergessenwerden, den Sinn von Freundschaft fallen hier und da – doch Funken schlägt das selten. Die Inszenierung weist über den reinen Theaterkosmos kaum hinaus. Für Registudenten, Theaterwissenschaftler und eingefleischte Pollesch-Fans mag das interessant sein, aber dem normalen Zuschauer kann der Blick in die Diskurs-Werkstatt kaum etwas erzählen. Bei aller routinierter Pollesch-Boulevard-Komik langweilt das zunehmend.

Kein Vergleich also zu dem menschlichen, herzerwärmenden Abend, den René Pollesch mit Fabian Hinrichs im Herbst am Friedrichstadtpalast inszeniert hat.

Barbara Behrendt, rbbKultur

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