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  • 4.48 Psychose von Sarah Kane © Arno Declair
    Arno Declair

    Deutsches Theater - "4.48 Psychose" von Sarah Kane

    Ulrich Rasches Regie-Handschrift ist unverwechselbar: Auf gigantischen Walzen oder Drehscheiben skandiert ein Männerchor im Gleichschritt, dazu dröhnen die Bässe. Ein Überwältigungstheater, das einerseits abstoßen, andererseits faszinieren kann. Drei Mal hintereinander war Rasche zum Theatertreffen eingeladen. Jetzt inszeniert er zum ersten Mal am Deutschen Theater.

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  • Wir sind auch nur ein Volk nach den Drehbüchern von Jurek Becker Regie: Maik Priebe Bühne: Susanne Maier-Staufen Kostüme: Christine Jacob MUSIK: Johannes Winde Dramaturgie: Natalie Driemeyer Auf dem Bild Jon-Kaare Koppe, Kristin Muthwill, René Schwittay Foto: Thomas M. Jauk
    Thomas M. Jauk

    Hans Otto Theater - "Wir sind auch nur ein Volk"

    Als vor 30 Jahren die Mauer fiel, konnte sich wohl niemand vorstellen, wie schwierig die Wiedervereinigung werden wird, wie langlebig Misstrauen und Vorurteile sind, wie sehr sich (bis heute) Ossis und Wessis kritisch beäugen. Im Potsdamer Hans Otto Theater hatte jetzt ein Stück Premiere, das auf Drehbüchern von Jurek Becker basiert und sich die Kinderkrankheiten der Wendezeit vornimmt: "Wir sind auch nur ein Volk".

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  • Dreimal Leben Berliner Ensemble © Bernd Uhlig
    Bernd Uhlig

    Berliner Ensemble - "Drei Mal Leben"

    Nicht nur mit ihren Romanen und Erzählungen steht sie regelmäßig weit oben auf den Bestseller-Listen, auch mit ihren Theaterstücken ist Yasmina Reza derzeit europaweit die am meisten gespielte Gegenwartsautorin.

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  • Falk Richter: In my room © Esra Rotthoff
    © Esra Rotthoff

    Gorki Theater - "In My Room"

    "Nicht Männlichkeit an sich ist toxisch, aber viele Männer verhalten sich toxisch", sagte der Autor und Regisseur Falk Richter vor wenigen Tagen im Interview. Anlass dafür ist sein neues Stück "In My Room", das sich mit der viel beschworenen "Krise der Männlichkeit" beschäftigt.

Weitere Rezensionen

Caner Teker: "Kirkpinar"
Sophiensæle

Sophiensæle – Tanztage Berlin - Caner Teker: "Kirkpinar"

Mit dem türkischen Öl-Ringkampf, dem türkischen Nationalsport hat sich Caner Teker, beschäftigt. Nun hatte das Stück "Kirkpinar" Premiere in den Sophiensaelen, bei den Tanztagen Berlin, dem Festival für den choreographischen Nachwuchs.

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Berliner Ensemble | Fahrenheit 451 © Moritz Haase
Moritz Haase

Berliner Ensemble - "Fahrenheit 451"

George Orwell, Aldous Huxley, Ray Bradbury – von ihnen stammen die großen Science-Fiction-Dystopien, die uns heute hellsichtiger denn je erscheinen. In "1984" hat Orwell einen technisch versierten Big-Brother-Überwachungsstaat vorausgesehen, Huxley in "Brave New World" im Reagenzglas erzeugte Menschen prognostiziert.

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Sarabande © Nobutaka Shomura, Sasha Amaya
Sarabande © Nobutaka Shomura, Sasha Amaya

Sophiensæle - 29. Tanztage Berlin

Immer in den ersten Januartagen strömt das Tanz-Publikum in die Sophiensæle in Berlin-Mitte, zum ersten Tanzfestival des Jahres, zu den Tanztagen Berlin, dem Festival für den Nachwuchs im Zeitgenössischen Tanz. Gestern Abend wurde die 29. Ausgabe des Festivals mit drei Premieren eröffnet.

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Lehman Brothers – Vaganten Bühne © Manuel Graubner
© Manuel Graubner

Vaganten Bühne - "Lehman-Brothers"

Der italienische Dramatiker Stefano Massini hat ein Stück über den langjährigen Aufstieg des Familienunternehmens "Lehman Brothers" geschrieben, der 2008 mit einer Pleite endete.

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Ode Deutsches Theater Kammerspiele © Arno Declair
Arno Declair

DT | Kammerspiele - Thomas Melle: "Ode"

Was darf die Kunst? Welche Grenzen sind ihr gesetzt und was ist das überhaupt – ein Kunstwerk? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Stücks und es werden auch verwirrend viele Antworten gegeben. Der Autor wünscht sich, dass die Zuschauer im Anschluss an die Vorstellung miteinander diskutieren. Er will keine Standpunkte vorgeben, sondern Denkprozesse auslösen. Es könnte ihm gelingen …

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Emanuel Gat: "Sunny" © JUBAL BATTISTI
JUBAL BATTISTI

Staatsballett Berlin in der Volksbühne - Emanuel Gat: "Sunny"

Vor 1,5 Wochen erst hatte das Berliner Staatsballett einen umjubelten Premierenabend in der Staatsoper Unter den Linden ("EKMAN | EYAL"). Jetzt, genau 9 Tage danach, gab es schon die nächste Premiere und das Staatsballett ist damit zum ersten Mal in der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu Gast. "Sunny" heißt das Stück des ursprünglich aus Israel stammenden Choreographen Emanuel Gat.

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BERLINER ENSEMBLE/“Stunde der Hochstapler“ von Alexander Eisenach, Regie: Alexander Eisenach, Bühne: Daniel Wollenzin, Kostüme: Julia Wassner, Musik: Sven Michelson, Dramaturgie: Amely Joana Haag
© Matthias Horn

Berliner Ensemble | Kleines Haus - Stunde der Hochstapler. Das Krull-Prinzip

Manchmal lässt einen ein Gedanke einfach nicht mehr los. Autor und Regisseur Alexander Eisenach jedenfalls scheint wie besessen von der Idee zu sein, dass wir alle nicht mehr zwischen Wahrheit und Lüge unterscheiden können und das ganze Leben nur noch eine einzige Hochstapelei ist. Nachdem er sich im Großen Haus des Berliner Ensembles einen Abend lang mit "Felix Krull" beschäftigt und den von Thomas Mann erfundenen Schwindler als Spiegelbild des modernen Menschen vorgeführt hat, legt er jetzt nach: "Stunde der Hochstapler. Das Krull-Prinzip" heißt das Stück, das er verfasst und am Wochenende am Kleinen Haus zur Uraufführung brachte.

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(Life on earth can be sweet) Donna von René Pollesch | Deutsches Theater | Foto: Arno Declair
© Arno Declair

Deutsches Theater - "(Life on earth can be sweet) Donna"

Die Drehbühne wirkt wie eine große Torte, durch Sperrholzwände in einzelne Stücke geschnitten. Das schmalste Stück trägt Backstein-Optik, als gehörten die Wände zu Reihenhäusern, durch die eine kleine Straße führt.

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DER KAUKASISCHE KREIDEKREIS © Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne - "Der kaukasische Kreidekreis" von Bertolt Brecht

Der Regisseur Peter Kleinert ist Professor für Regie und Angewandte Dramaturgie an der Berliner Schauspielschule Ernst Busch. Seit Jahren inszeniert er an der Schaubühne Abende mit seinen Studierenden. Brecht hat es ihm dabei angetan: "Der gute Mensch von Sezuan" stand in seiner Regie auf dem Spielplan, "Die heilige Johanna der Schlachthöfe" und "Die Mutter". Nun folgt Brechts "kaukasischer Kreidekreis".

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Volksbühne, Berlin "legende" von Ronald M. Schernikau, Uraufführung: 11.12.2019, Regie: Stefan Pucher, Bühne: Barbara Ehnes, Kostüme: Annabelle Witt, Licht: Kevin Sock, Musik: Christopher Uhe, Video: Rebecca Riedel, Dramaturgie: Malte Ubenauf, Musiker: Chikara Aoshima, Réka Csiszér, Michael Mühlhaus, mit: Sólveig Arnarsdóttir, Rosalie Bergel / Leander Kissiov, Leander Dörr, Sarah Franke, Sebastian Grünewald, Ueli Jäggi, Robert Kuchenbuch, Elisa Plüss, Emma Rönnebeck, Milena Arne Schedle, Dieter Rita Scholl, Katharina Marie Schubert, Sylvana Seddig, Nicolaas van Diepen, © Thomas Aurin
Thomas Aurin

Volksbühne - "legende" – nach dem Roman von Ronald Schernikau

Als Ronald Schernikau 1980 sein erstes Buch veröffentlichte, war er noch Abiturient an einem niedersächsischen Gymnasium: Die "Kleinstadtnovelle" war sein literarisches Coming-out als Homosexueller und Kommunist. Schernikau ging nach West-Berlin, wurde Mitglied der "Sozialistischen Einheitspartei", studierte ein paar Semester am Institut für Literatur in Leipzig und übersiedelte – kurz vor dem Mauerfall – in die DDR. 1991 starb Schernikau an AIDS und hinterließ seinen Freunden ein gigantisches Manuskript, sein "Opus Magnum", an dem er jahrelang gearbeitet hatte und das 8 Jahre nach seinem Tod – und nur gedruckt auf Vorbestellung – in einem Kleinverlag herauskam, bis es völlig vom Markt verschwand. So wurde der Roman "Legende" selbst zur Legende. Jetzt hat der "Verbrecher Verlag" das 1000-seitige Buch neu herausgebracht. Regisseur Stefan Pucher hat zugegriffen und seine eigene Theaterfassung geschrieben.

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Ekman: LIB © Jubal Battisti
Jubal Battisti

Staatsoper Unter den Linden - Staatsballett Berlin: EKMAN | EYAL

Doppelte Uraufführung beim Berliner Staatsballett. Mit Sharon Eyal und Alexander Ekman ist es dem Staatsballett gelungen, zwei international sehr gefragte Künstler nach Berlin zu holen, beide haben erstmals Stücke für das Staatsballett entwickelt. Gestern Abend war Premiere von "Ekman / Eyal" in der Staatsoper Unter den Linden.

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Zu der Zeit der Königinmutter von Fiston Mwanza Mujila | Regie: Charlotte Sprenger © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater | Box - "Zu der Zeit der Königinmutter"

Vor fünf Jahren hat der kongolesische Autor Fiston Mwanza Mujila seinen ersten Roman veröffentlicht – und landete damit auf der Longlist für den Man-Booker-International-Prize. "Tram 83" spielt in einer Bar, in der gesoffen, Musik gemacht, geprügelt und gevögelt wird. Eine rohe, gewalttätige, pulsierende Welt. Mujilas Theaterstück "Zu der Zeit der Königinmutter" spielt nun wieder in einer Bar, irgendwo im Nirgendwo. Am Deutschen Theater Berlin ist es zum ersten Mal in Deutschland inszeniert worden.

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Berliner Ensemble, "Glaube und Heimat", v.l. Gerrit Jansen, Stefanie Reinsperger, Barbara Schnitzler, Andreas Döhler (Quelle: Matthias Horn)
Matthias Horn

Berliner Ensemble - "Glaube und Heimat"

Glaubenskrieg – da mag man an den Islamischen Staat und den Völkermord an den Jesiden denken, an die Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten oder an die verfolgten Uiguren in China. Doch auch mitten in Europa, in Österreich, wurden noch im 19. Jahrhundert Protestanten vertrieben oder getötet, wenn sie nicht zum Katholizismus übertreten wollten.

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Deutsches Theater Berlin. Quelle: imago/Steinach
imago/Steinach

Deutsches Theater | Musikalische Lesung - "Erinnerungen an einen Staat"

Die Gedenkveranstaltungen zum 30. Jubiläum des Mauerfalls sind gerade vorbei, da legt das Deutsche Theater noch mal nach. Corinna Harfouch und Alexander Scheer präsentierten in der Reihe DT Extra die musikalische Lesung "Erinnerungen an einen Staat". Und eigentlich wurde sogar an zwei Staaten erinnert …

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"Die Anderen" von Anne-Cécile Vandalem Regie: Anne-Cécile Vandalem © Arno Declair
Arno Declair

Schaubühne am Lehniner Platz - "Die Anderen"

Krimi und Thriller – das sind Genres, auf die man im Fernsehen und in der Literatur zuhauf stößt. Auf der Theaterbühne ist so ein richtiger Gruselschocker selten. Die belgische Theaterregisseurin Anne-Cécile Vandalem ist dafür allerdings Expertin. Mit einer Mischung aus Film und Theaterspiel bringt sie ihre eigens geschriebenen Thriller auf die Bühne. An der Schaubühne waren bisher Gastspiele von ihr zu sehen, jetzt hat Vandalem zum ersten Mal ein Stück mit dem dortigen Ensemble inszeniert.

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Staatstheater Cottbus: FAUST © Marlies Kross
Marlies Kross

Staatstheater Cottbus - "Faust"

Goethes "Faust" gilt als nationales Kulturgut. Am Staatstheater Cottbus hat Jo Fabian ein Projekt begonnen, bei dem er erst den Originaltext und dann das Gegenteil inszenieren will: "Faust" und "Antifaust" heißen die beiden Produktionen. Die erste hatte nun Premiere …

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Wolken.Heim. von Elfriede Jelinek | Regie: Martin Laberenz © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Wolken. Heim."

"Wir sind das Volk" haben vor 30 Jahren die Bürger in der DDR gerufen, als sie gegen das repressive System revoltiert haben. Heute versuchen Rechtspopulisten diesen Protestruf für sich zu vereinnahmen. Aber wer ist das: "Wir"? Was meinen wir in Deutschland, wenn wir "Wir" sagen? Schon 1988 hat die Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek das Stück "Wolken. Heim." über das deutsche Selbstverständnis geschrieben. Dabei taucht sie in die deutsche Geistesgeschichte ein, untersucht Nationalismus und Fremdenhass und folgt deren Spur bis in die Gegenwart.

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Laurent Chétouane & Leonard Engel:: "Op. 131 End/Dance" © Eva Würdinger
Eva Würdinger

HAU 1 - Laurent Chétouane & Leonard Engel: Op. 131 End/Dance

Das Beethoven-Jahr zum 250. Geburtstag wirft seine Schatten voraus. Und das nun auch im Tanz. Der Berliner Choreograph Laurent Chétouane hat ein Solo-Tanzstück entwickelt, zu Beethovens Streichquartett op. 131. Ein Solo für den früheren Ballett-Tänzer Leonard Engel. Am 29. November war Uraufführung im Berliner Hebbel am Ufer.

Bewertung:
Deutsches Theater: Hekabe – Im Herzen der Finsternis; hier: Paul Grill, Katharina Matz, Almut Zilcher, Linn Reusse; © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Hekabe – Im Herzen der Finsternis"

Der Trojanische Krieg hat viele Helden hervorgebracht. Aber wie ist die Legende aus Sicht der Frauenfiguren und Verliererinnen? Der Regisseur Stephan Kimmig begibt sich auf die Spuren der "Troerinnen" und dem selten gespielten Frauenstück "Hekabe" von Euripides und untersucht das "Herz der Finsternis".

Bewertung:
Titel: Howl. Autor: nach Allen Ginsberg - David Marton und Ensemble. Regie: David Marton. Buehne: Christian Friedlaender. Kostueme: Tabea Braun. Choreografie: Jill Emerson. Licht: Henning Streck. Dramaturgie: Peggy Maedler, Henning Nass. Ort: Volksbuehne Berlin. Urauffuehrung: 21. November 2019. No model release. Spieler*Innen: Paul Brody, Jan Czajkowski, Marie Goyette, Thorbjoern Bjoernsson und Jill Emerson u.a..
David Baltzer

Volksbühne - "Howl"

Das Gedicht "Howl" von Allen Ginsberg, zu deutsch: Geheul, galt bei seiner Veröffentlichung 1956 als derart obszön, dass es verboten wurde. Den Gerichtsprozess gewann sein Verleger dann aber – ein Befreiungsschlag für die Kunst- und Meinungsfreiheit. An der Volksbühne hat der Regisseur David Marton "Howl" nun auf die Bühne gebracht.

Bewertung:
Kat Valastur: "Arcana Swarm", HAU 1 © Dorothea Tuch
© Dorothea Tuch

HAU 1 - Kat Válastur: Arcana Swarm

Die Berliner Choreografin Kat Válastur ist bekannt für sehr eigentümliche, exzentrische Tanzstücke mit oft surrealen Erlebnis- und Bildwelten. In ihrem neuen Stück "Arcana Swarm" soll es nun um die Flüchtigkeit und Fragilität von Freude gehen, so die Ankündigung. Gestern war Premiere im Berliner Hebbel am Ufer.

Bewertung:
Hass-Triptychon — Wege aus der Krise, Regie: Ersan Mondtag © Judith Buss
Judith Buss

Maxim Gorki Theater - "Hass-Triptychon oder Wege aus der Krise"

Die Schriftstellerin Sibylle Berg spitzt gerne zu. Ihre Kolumnen, ihre Bücher, ihre Theaterstücke sind bittere aber auch komische Dystopien. Sarkastisch spießt sie den Zeitgeist auf, liefert literarische Schnappschüsse von 20-jährigen Dauerpraktikanten, von Bio-Bürgern, Gender-Mainstreamern, Pegida-Anhängern oder depressiven Spätkapitalisten. Ihr neues Stück klingt nicht weniger böse: "Hass-Triptychon oder Wege aus der Krise" heißt es. Und im Untertitel: "Eine Therapie in drei Flügeln".

Bewertung:
Die Pest, Regie: András Dömötör © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater | Box - "Die Pest"

Die Pest in Albert Camus' gleichnamigen Roman kann man als Symbol für verschiedene Dinge deuten: Sie kann für den Belagerungszustand im Krieg stehen oder für den Widerstand der Résistance gegen die Besetzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg. Sie symbolisiert jedoch auch das Böse, das jeder Mensch in sich trägt. Am Deutschen Theater hat der Ungar András Dömötör den Klassiker nun in einer neuen Bühnenfassung inszeniert.

Bewertung:
Fan de Ellas © Bea Rodrigues
Bea Rodrigues

Sophiensæle – Hochzeitssaal - Fan de Ellas

Eine Hommage an drei lateinamerikanische Heldinnen soll das neue Stück von drei Berliner Tanzkünstlerinnen sein. "Fan de ellas", "Fans von ihnen", so der Titel dieser Choreographie von Juliana Piquero, Alex Viteri und Catalina Fernandez. Gestern Abend war Premiere in den Sophiensælen in Berlin-Mitte.

Bewertung:
Limited Edition Regime der Liebe Komödie über Arrangements in Liebesbeziehungen von Tanja Šljivar | Regie und Musik: Nazanin Noori
Arno Declair

Box im Deutschen Theater - "Regime der Liebe"

"Limited Edition" heißt die Reihe am Deutschen Theater, bei der sich junge Regisseurinnen und Regisseure auf der kleinen Bühne vor dem Hauptstadtpublikum ausprobieren dürfen. Die Inszenierungen stehen für drei Termine auf dem Spielplan – bei großem Erfolg können sie auch mal ins Repertoire wandern. Nun hat die Regieassistentin Nazanin Noori "Regime der Liebe" von Tanja Šljivar in der Box des Deutschen Theaters inszeniert.

Bewertung:
Deutsches Theater: Franziska Linkerhand © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Franziska Linkerhand"

Ein Jahr nach dem Tod der Autorin Brigitte Reiman erschien das Romanfragment "Franziska Linkerhand". Die kritische Auseinandersetzung mit der geistigen Enge im Mauerland war die literarische Sensation in der DDR 1974. Daniela Löffner hat das Kultbuch jetzt auf die Bühne übertragen.

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Gorki Theater: Rewitching Europe; hier: Lindy Larsson, Orit Nahmias; © Ute Langkafel/MAIFOTO
Ute Langkafel/MAIFOTO

Gorki Theater - "Rewitching Europe"

Der "Berliner Herbstsalon" des Gorki-Theaters steht in diesem Jahr unter dem Motto "De-Heimatize it!" Es werden Perspektiven der Identität, Nation und Zugehörigkeit diskutiert. Als ein Höhepunkt des noch bis zum 17. November laufenden Festivals darf sicherlich die Premiere eines neuen Stückes der israelischen Theatermacherin Yael Ronen gelten.

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Glaube Liebe Hoffnung Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern von Ödön von Horváth und Lukas Kristl Co-Regie: Jürgen Kruse Bühne: Bernd Damovsky Kostüme: Sophie Leypold Licht: Thomas Langguth Dramaturgie: Juliane Koepp, Franziska Trinkaus Auf dem Bild: Frank Büttner, Julia Boxheimer, Linda Pöppel
Arno Declair

Deutsches Theater - "Glaube Liebe Hoffnung"

Kaum ein Theater, das momentan ohne Ödön von Horváth auskommt: Seine zeitkritischen Volksstücke aus den 1930er Jahren, im blühenden Faschismus, wirken immer noch beängstigend aktuell. Aber auch seine Sozialdramen erzählen einiges darüber, wie Menschen im Kapitalismus und der Wirtschaftskrise vor die Hunde gehen und der Einzelne in der Masse zerrieben wird.

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Canan Erek: Drunter und Drüber; © Miriam Tamayo
Miriam Tamayo

Uferstudios 14 - "drunter und drüber"

Trauer und Wut, Angst und Freude. Wie können diese vier sehr starken Gefühle in einem Tanzstück für Kinder ab 5 Jahren dargestellt werden? Gestern hatte "drunter und drüber", das Stück der Berliner Choreografin Canan Erek über diese vier Gefühle Premiere in den Uferstudios in Berlin-Wedding.

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Schaubude Berlin/Theater der Dinge: Das Hirn ist ein Taubenschlag; © G2 Baraniak/monsun.theater
G2 Baraniak/monsun.theater

Schaubude Berlin | "Theater der Dinge" - "Das Hirn ist ein Taubenschlag"

Wer bei Puppen- und Objekttheater immer noch an Theater für Kinder denkt, dem sei die neue Ausgabe des internationalen Festivals "Theater der Dinge" ans Herz gelegt! 14 Inszenierungen, Installationen und Ausstellungen von Künstlern aus zwölf Ländern zeigen nicht nur, aber hauptsächlich Figuren- und Objekttheater für Erwachsene. "Kaputt" lautet das Festivalmotto in diesem Jahr.

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Marias Testament: Nicole Heesters bei der Fotoprobe der Hamburger Kammerspiele; © dpa
dpa

Renaissance Theater - "Marias Testament"

Schauspielkunst allerhöchster Weihe: Der Roman "Marias Testament" des irischen Autors Colm Tóibín, vor fünf Jahren erschienen, wurde weithin gefeiert. Die vier Jahre später an den Hamburger Kammerspielen uraufgeführte und jetzt in Berlin zu sehende Bühnenfassung darf man schlichtweg als Sensation bezeichnen.

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Gorki: Futureland, hier: Ahmad Azrati, Fabiya Bhuiyan, Bashar Kanan, May Saada, Sagal Odowa, Sarah Safi, Mohamed Haj Younis, Mamadou Allou Diallo; © Ute Langkafel/Maifoto
Ute Langkafel/Maifoto

Gorki Theater - "Futureland"

Diese Jugendlichen kommen aus Ländern, in denen Krieg herrscht. Was sie dazu bringt, alleine die Heimat zu verlassen und was es bedeutet, sich in Europa ständig beweisen zu müssen, um bleiben zu können – davon erzählt "Futureland".

Bewertung:
Hans Otto Theater: Cabaret © Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater - "Cabaret"

In Berlin, im TIPI am Kanzleramt, läuft das Musical "Cabaret" seit Jahren erfolgreich, derzeit ist es an -x Theatern in Deutschland neu auf den Spielplänen zu finden, nun auch in Potsdam am Hans Otto Theater.

Bewertung:
Boris Eifman Ballett: Der Pygmalion Effect © Mikhail Metzel/TASS/dpa
TASS

Theater am Potsdamer Platz - "Der Pygmalion Effekt"

Großes Ballett-Gastspiel in Berlin. Das Boris Eifman Ballett aus St. Petersburg ist mit zwei Choreografie zu Gast im Theater am Potsdamer Platz. Gestern Abend hatte der erste der beiden Ballett-Abende Europa-Premiere: "Der Pygmalion Effekt"

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Germania nach Heiner Müller in der VOLKSBÜHNE Berlin. (Quelle: Julian Röder)
Julian Röder

Volksbühne - "Germania"

Wie kann man deutsche Geschichte begreifen? Gibt es eine Logik in der Geschichtsschreibung von der Varusschlacht bis hin zur November-Revolution, zu Hitler und Stalin, zum Mauerbau und dem Zusammenbruch des sozialistischen Systems?

Bewertung:
Schaubühne Berlin: Amphitryon © Thomas Aurin
Thomas Aurin

Schaubühne Berlin - "Amphitryon"

Göttervater Jupiter legt sich das Äußere des Kriegshelden Amphitryon zu, um mit dessen Frau ungehindert ins Bett zu gehen. In der Version von Molière hat das viel Sprachwitz und führt die Allmachtsfantasien der herrschenden Klasse vor. Was macht Regisseur Herbert Fritsch an der Schaubühne daraus?

Bewertung:
Don Quijote von Jakob Nolte nach Miguel de Cervantes , Regie: Jan Bosse
Arno Declair

Deutsches Theater - "Don Quijote"

Sein Kampf gegen Windmühlen ist zum geflügelten Wort geworden – aber Don Quijote von der Mancha, sein Pferd Rosinante und sein treuer Gefährte Sancho Panza haben noch viele andere Abenteuer erlebt. Über 1500 Seiten dick ist Cervantes' Zweiteiler vom selbsternannten Ritter und seiner überbordenden Fantasie. Am Deutschen Theater (in Kooperation mit den Bregenzer Festspielen) ist der figurenreiche Klassiker nun mit nur zwei Schauspielern über die Bühne gegangen.

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Sarah Thom/ Dancing at the Edge of the World; Foto:David Baltzer
David Baltzer

Hebbel am Ufer, HAU1 - Ariel Efraim Ashbel and friends: "no apocalypse not now"

Nichts Geringeres als den Weltuntergang nimmt der israelisch-deutsche Regisseur Ariel Efraim Ashbel mit seinem neuen Stück in den Blick. Wobei er sich jedoch auf kritische und ausgelassene und hoffnungsvolle Weise mit der Apokalypse beschäftigen will, heißt es jedenfalls in der Ankündigung zu "no apocalypse not now", "Keine Apokalypse, nicht jetzt". Am 9. Oktober war Deutschlandpremiere im Berliner Hebbel am Ufer.

Bewertung:
"Philoktet", Regie: Amir Reza Koohestani © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Philoktet"

Gut 50 Jahre ist es her, dass Heiner Müllers Stück "Philoktet" uraufgeführt wurde – in München, denn in der DDR wollte man den stalinismuskritischen Text erst mal nicht haben. Es brachte dem DDR-Schriftsteller Müller den Durchbruch im Westen. Am Deutschen Theater hat der iranische Regisseur Amir Reza Koohestani das eher selten gespielte Stück jetzt inszeniert.

Bewertung:
Szene aus: Don't be evil
Volksbühne / Julian Röder

Volksbühne Berlin - "Don’t be evil"

"Don’t be evil" – "Sei nicht böse", so lautete bis 2018 das inoffizielle Unternehmensmotto des Internetgiganten Google. "Don’t be evil" heißt auch die neue Inszenierung von Regisseur Kay Voges – ein Abgesang auf die digitalen Medien des einstigen Netz-Enthusiasten.  

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Staatstheater Cottbus Uraufführung WARTEN AUF STURM Schauspiel von Peter Thiers Szenenfoto mit: (im Vordergrund) Ariadne Pabst (Lara) und Boris Schwiebert (Winter); (rechts oben) Lisa Schützenberger (Winters Sohn) Foto: Marlies Kross
Marlies Kross

Uraufführung am Staatstheater Cottbus - "Warten auf Sturm"

Peter Thiers hat mit seinem tiefschwarzen Stück "Warten auf Sturm" den diesjährigen Kleist-Förderpreis für junge Dramatiker gewonnen. Am Staatstheater Cottbus fand nun die Uraufführung statt. Der Regisseur Volker Metzler hat den Text gegen den Strich gebürstet.

Bewertung:
Nationalstraße von Jaroslav Rudiš Regie: Frank Abt Bühne und Kostüm: Annelies Vanlaere Dramaturgie: Christopher Hanf Musik: Francesco Wilking Moritz Krämer Auf dem Bild Katja Zinsmeister Foto: Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater Potsdam - "Nationalstraße"

"Vandam" nennt er sich, weil er wie sein Vorbild, der Kino-Kickboxer Jean-Claude van Damme, 200 Liegestütze am Tag schafft. Vandam säuft am Stadtrand von Prag in seiner Stammkneipe die Nächte durch. Er hat nichts gegen Sozialschmarotzer, Penner, Ausländer – solange sie eben kein "Remmidemmi" machen. Wer ihm blöd kommt, dem schlägt er eine rein. Und er zeigt auch mal den Hitlergruß.

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Senftenberg Theater Neue Bühne Ausstattungsprobe AUS DEM NICHTS von Fatih Akin / Theaterfassung von Armin Petras (Quelle: Theater Neue Bühne/Steffen Rasche)
Theater Neue Bühne/Steffen Rasche

Neue Bühne Senftenberg - "Aus dem Nichts"

Der Film "Aus dem Nichts" von Fatih Akin gehört zu den berührendsten Auseinandersetzungen mit der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds NSU. Armin Petras hat auf der Grundlage des Films ein Stück geschrieben, das nun in Senftenberg auf die Bühne kommt – inszeniert von Samia Chancrin, die in Fatih Akins Film in einer Nebenrolle zu sehen war.

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"Der hals der Giraffe", Regie: Philipp Arnold, Deutsches Theater; Foto: Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Der Hals der Giraffe"

2011 hat es Judith Schalansky mit ihrem Roman "Der Hals der Giraffe" auf die Longlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Es ist die Geschichte von Inge Lohmark, einer Biologielehrerin alten Schlags, die seit 30 Jahren in der Vorpommerschen Provinz unterrichtet. Die Kinder haben bei ihr strammzustehen, von Verständnis hält sie nichts, Professionalität ist alles – und Darwinismus: Wer sich nicht anstrengt, der gehört aussortiert. In der Box des Deutschen Theaters hat Philipp Arnold den Roman auf die Bühne gebracht.

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Hans Otto Theater Potsdam: Die Katze auf dem heißen Blechdach © Thomas M. Jauk
Thomas M. Jauk

Hans Otto Theater Potsdam - "Die Katze auf dem heißen Blechdach"

Man kann den Titel nicht aussprechen, ohne an den Film mit Liz Taylor und Paul Newman zu denken. "Die Katze auf dem heißen Blechdach" ist das Drama einer Südstaatenfamilie, in der es wenig Liebe, aber viel Gier und Heuchelei gibt. Steffi Kühnert holt es in ihrer Inszenierung am Potsdamer Hans-Otto-Theater ins Hier und Jetzt …
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BERLINER ENSEMBLE/ "Mütter und Söhne" von Karen Breece, Regie: Karen Breece, Bühne: Eve V. Born, Kostüme: Teresa Vergho, Künstlerische Beratung: Clara Topic-Matutin
JR Berliner Ensemble/ "Mütter und Söhne"

Berliner Ensemble - "Mütter und Söhne"

Wenn eine neue Arbeit der Theaterregisseurin Karen Breece Premiere feiert, liegt eine lange Recherchephase hinter der US-Amerikanerin. Für ihr dokumentarisches Theater führt sie viele Interviews mit Betroffenen – oft stehen die Laien dann auch selbst auf der Bühne: Das war in "Auf der Straße" so, als sie mit Obdachlosen gearbeitet hat und bei "Don’t forget to die", als alte Menschen auf der Bühne vom Sterben erzählt haben.

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Gorki Theater: Anna Karenina oder Arme Leute © Ute Langkafel, MAIFOTO
Ute Langkafel, MAIFOTO

Gorki Theater - "Anna Karenina oder Arme Leute"

Oliver Frljić eröffnete gestern die große Bühne mit einem doppelgleisigen Abend. "Anna Karenina oder arme Leute" heißt das Stück, in dem er die zwei großen Romanciers Tolstoi und Dostojewski aufeinandertreffen lässt.

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Uckermärkische Bühnen Schwedt: "Nürnberg"; © Udo Krause/UBS
Udo Krause/UBS

Uckermärkische Bühnen Schwedt - "Nürnberg"

Schwedt liegt näher an Stettin als an Berlin. Deshalb blickt die Leitung der Uckermärkischen Bühnen schon lange nach Osten. Da passt es, dass zur Spielzeiteröffnung ein Stück auf dem Programm steht, dass sich mit der jüngeren Geschichte Polens auseinandersetzt.

Bewertung:
Volksbühne: Eine Odyssee, hier: Daniel Nerlich (Odysseus); © Vincenzo Laera
Vincenzo Laera

Volksbühne - "Eine Odyssee"

Die Pause reicht gerade, um sich notdürftig zu erholen vom akustischen und visuellen Overkill der vergangenen beiden Stunden. Zuletzt hatte Jella Haase so ausdauernd nach "Gerechtigkeit!" geschrien, dass man selbst als Verteidiger derselben ihre glitzernde Bling-Bling-Helena gern – nur kurz! – zum Schweigen gebracht hätte.

Bewertung:
Deutsches Theater: Ausweitung der Kampfzone, hier: Marcel Kohler, Samuel Finzi; © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Ausweitung der Kampfzone"

Der erste Roman, den der französische Lyriker Michel Houellebecq 1994 veröffentlichte, machte ihn schlagartig zum Skandalautor: "Ausweitung der Kampfzone". Houellebecq beschreibt darin brutal und lakonisch die Einsamkeit und Gefühlsunfähigkeit der liberalen westlichen Gesellschaft.

Bewertung:
Schaubühne: "Jugend ohne Gott" von Ödön von Horváth, Regie: Thomas Ostermeier; hier: Moritz Gottwald und Jörg Hartmann; © Arno Declair
Arno Declair

Schaubühne am Lehniner Platz - "Jugend ohne Gott"

"Jugend ohne Gott" des österreichisch-ungarischen Schriftstellers Ödön von Horváth aus dem Jahr 1937 ist noch immer aktueller Lesestoff. Das Buch wurde mehrfach verfilmt, es gibt Hörspiele und etliche Bühnenfassungen. An der Schaubühne hatte nun eine neue Bearbeitung von Thomas Ostermeier und Florian Borchmeyer Premiere.

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Berliner Ensemble: Baal; © Birgit Hupfeld
Birgit Hupfeld

Berliner Ensemble - "Baal"

Baal ist ein Künstler zwischen Genie und Wahnsinn, ein Poet, ein Rockstar, ein Außenseiter. Am Berliner Ensemble hat Ersan Mondtag das Stück inszeniert – ein "Baal" ist er natürlich nicht, aber der junge Star-Regisseur ist durchaus bekannt als Enfant Terrible und für seine schlechten Manieren auf den Proben.

Bewertung:
Schaubühne am Lehniner Platz: The Human Condition © Gianmarco Bresadola
Gianmarco Bresadola

Schaubühne am Lehniner Platz - "The Human Condition"

Die Schaubühne eröffnet die neue Spielzeit mit Patrick Wengenroth. Er widmet sich dem Denken Hannah Arendts, das den Menschen stets von seinen Möglichkeiten her begreift und nicht von seinen Grenzen. Zu abstrakt?

Bewertung:
Deutsche Theater: Lear © Arno Declair
Arno Declair

Deutsches Theater - "Lear"

Die neue Spielzeit am Deutschen Theater wird mit Shakespeares "Lear“ eröffnet. Der Regisseur Sebastian Hartmann und sein Ensemble verbinden "Lear" mit Wolfram Lotzs Sprechstück "Die Politiker". Gut kombiniert?

Bewertung:
deufert&plischke: "Liebestod"
Dieter Hartwig

Tanz im August | Sophiensaele - deufert & plischke: "Liebestod"

Eine Choreographie über die Liebe, ein Tanzstück voller Geschichten über die Liebe, das noch dazu "Liebestod" heißt. Da wäre einiges zu erwarten, allerdings inszeniert das Künstlerduo "deufert & plischke" ein spannungsarmes Dahinplätschern.

Bewertung:
nora chipaumire: #PUNK 100% POP *N!GGA; © Ian Douglas
Ian Douglas

Tanz im August | Sophiensæle - nora chipaumire: "#PUNK 100% POP *N!GGA"

Punk-Musik von Patti Smith, Pop-Musik von Grace Jones und Musik aus Simbabwe und dem Kongo – das waren einige der Inspirationsquellen für die Choreografin Nora Chipaumire aus Simbabwe und New York. Ihre Arbeit war im letzten Jahr umstritten, diesmal könnte es wieder so kommen.

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Gorki Theater "Herzstück" © Ute Langkafel MAIFOTO
Ute Langkafel MAIFOTO

Gorki Theater - "Herzstück"

Die neue Spielzeit startet das Maxim Gorki Theater mit einem neuen Spielort, dem CONTAINEЯ auf dem Vorplatz des Theaters. Fast 200 Zuschauer haben dort Platz und konnten am Samstag die erste Premiere der Saison sehen: Heiner Müllers Mini-Drama "Herzstück".

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Jérôme Bel: Isadora Duncan; © Arnold Genthe
Arnold Genthe

Tanz im August | Deutsches Theater - Jérôme Bel: "Isadora Duncan"

Tanz-Geschichte und Tanz-Gegenwart – der Tanz im August zeigt beides. Und so ist neben der Retrospektive zu Deborah Hay und der Erinnerung an Merce Cunningham nun auch der Tanz von Isadora Duncan zu sehen, re-inszeniert von einem der bedeutendsten Choreografen der Gegenwart: Jérôme Bel.

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Berliner Ensemble: Felix Krull – Stunde Der Hochstapler; hier: Marc Oliver Schulze; © JR/Berliner Ensemble
JR/Berliner Ensemble

Berliner Ensemble - "Felix Krull – Stunde der Hochstapler"

Schauspieler, die zu Präsidenten gewählt werden. Präsidenten, die von „alternativen Fakten“ sprechen, oder Doktortitel, die per Plagiat erworben werden: Man könnte meinen, es ist eine gute Zeit für – auch politische – Hochstapler.

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Latifa Laâbissi: "White Dog"; © Nadia Lauro
Nadia Lauro

Tanz im August | HAU2 - Latifa Laâbissi: "White Dog"

Um Fluchtbewegungen und Ausweichmanöver als Formen eines poetischen Kampfes – darum soll es im neuen Stück der französischen Choreografin Latifa Laâbissi gehen: "White Dog" hatte gestern Deutschland-Premiere beim Tanz im August.

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Par B.L.eux/Benoît Lachambre & Sophie Corriveau: Fluid Grounds; © Dajana Lothert
Dajana Lothert

KINDL | HAU2 | HAU3 - Tanz im August - 1. Wochenende

Am ersten Wochenende des Tanzfestivals waren insgesamt vier Choreografien sowie drei Installationen und Ausstellungen zu sehen, verteilt über die ganze Stadt – Überraschungen und Kuriositäten.

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Deborah Hay: Animals on the Beach; © Camille Blake
Camille Blake

HAU1 - Tanz im August - Festivaleröffnung

Der Tanz im August hat begonnen, das größte und wichtigste Tanzfestival in Deutschland und das in diesem Jahr mit 31 Tanzproduktionen, darunter sieben Uraufführungen und 18 Deutschland-Premieren – ein riesiges Programm!

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Nach dem Kuss, Globe Ensemble Berlin, 2019 (Quelle: Magdalena Thalmann und Ted Siebert, Globe Berlin)
M. Thalmann, T. Siebert, Globe Berlin

Globe.Berlin - "Nach dem Kuss"

Berlin könnte bald ein Globe-Theater haben – eine kreisrunde Shakespeare-Bühne mit offenem Dach soll im nächsten Sommer auf der Charlottenburger Mierendorff-Insel eröffnet werden. Schon jetzt steht dort ein provisorisches Theater, das ein Gefühl dafür vermitteln soll, was in dem neuen Haus alles möglich ist …
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"Was ihr wollt" beim Seefestival Wustrau
seefestival.com

SEEFESTIVAL WUSTRAU - "WAS IHR WOLLT"

Das Seefestival Wustrau stellt anlässlich des Fontanejahres und zum eigenen 15-jährigen Bestehen den Theaterkritiker Fontane in den Fokus der Open Air Saison. In der Verwechslungskomödie "Was ihr wollt" von William Shakespeare agiert dieser - gespielt von Otto Mellies - in der Figur des Narren.

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Tanzfabrik in der Möckernstraße in Berlin in der Möckernstraße in Berlin
imago/Christian Thiel

Eröffnung Open Spaces Sommer Tanz - Suddenly: "Esprit"

Die Geschäfte in Shopping Malls, Einkaufzentren, Bahnhöfen und Flughäfen sehen letztlich alle gleich aus. Dieselbe Architektur, dieselben Marken, dieselbe Musik und Konsumtempel-Atmosphäre. Mit diesem Immergleichen beschäftigt sich die neue Tanzperformance der Gruppe "Suddenly". Am 11.07. war Uraufführung des neuen Stückes "Esprit" bei der Eröffnung des Open-Spaces-Sommer-Tanz-Festivals der Berliner Tanzfabrik in den Uferstudios in Berlin-Wedding.

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Hau 2 | Moved by the Motion: Sudden Rise © Paula Court/EMPAC
Paula Court/EMPAC

The Present is not enough | HAU - Moved by the Motion: "Sudden Rise"

"Moved by the Motion" heißt ein amerikanisches Performance-Kollektiv, das es hierzulande noch zu entdecken gilt. Ihr aktuelles Stück "Sudden Rise" war gestern im Berliner Hebbel am Ufer als Europapremiere zu sehen, beim HAU-Festival "The Present is not enough".

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©Hebbel am Ufer/ Yazeed
Yazeed

Hebbel am Ufer - HAU 2 - "Black Privilege"

Die südafrikanische Tänzerin und Choreographin Mamela Nyamza ist gerade zu Gast beim Berliner Hebbel am Ufer, beim Festival „The Present is not enough“, mit Tanz, Performance und Installationen von Künstlern aus aller Welt. Mamela Nyamza gilt als eine der wichtigsten Tanzkünstlerinnen Südafrikas und zeigt ihr aktuelles Stück „Black Privilege“, „Schwarze Privilegien“.

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Ein Sommernachtstraum © Staatstheater Cottbus/ Marlies Kross
Marlies Kross

Staatstheater Cottbus - "Ein Sommernachtstraum"

Es gibt Theaterstücke, die gehören zur DNA dessen, was gerne als "Abendland" bezeichnet wird. "A Midsummernight‘s Dream" von William Shakespeare dürfte eines der am häufigsten gespielten Dramen auf europäischen Bühnen sein. Und es inspiriert bis heute nicht nur Regisseure und  Komponisten, sondern auch Choreographen zu unterschiedlichsten Umsetzungen.

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Schaubühne am Lehniner Platz: Prometheus; hier: Florian Anderer, Carol Schuler; © Thomas Aurin
Thomas Aurin

Schaubühne am Lehniner Platz - "Prometheus"

Prometheus ist wahrlich kein Unbekannter in der griechischen Mythologie: Er bringt den Menschen das Feuer, obwohl Göttervater Zeus es ihm verboten hat. Zur Strafe wird er an den Kaukasus gekettet und täglich von einem Adler malträtiert – bis Herakles ihn eine Ewigkeit später befreit. Keine lustige Geschichte also. Eigentlich.

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Theater Thikwa: Extremities; © Florian Krauss
Florian Krauss

Theater Thikwa - "Extremities"

Seit seiner Gründung 1991 steht das Berliner Theater Thikwa für lustvolles, poetisches und politisches Theater von und mit Menschen ohne und mit Behinderungen. Gestern Abend hatte eine neue Choreografie Premiere: "Extremities".

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Der Club der toten Döner; © Prime Time Theater
Prime Time Theater

Prime Time Theater - "Club der toten Döner"

Seit 15 Jahren nimmt das Prime Time Theater mit seiner Bühnensitcom "Gutes Wedding, schlechtes Wedding" den Kiez liebevoll parodistisch aufs Korn. Trotz Insolvenz hat es nun die 123. Folge herausgebracht: "Der Club der toten Döner"
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Bühnenszene: "SPATZ UND ENGEL"
Barbara Braun/drama-berlin.de

Renaissance Theater - "Spatz und Engel"

Edith Piaf und Marlene Dietrich sind Ikonen der Musik- und Kino-Geschichte, Stoff für Märchen und Mythen. Der "Spatz aus Paris" und der "blaue Engel" aus der Verfilmung von Heinrich Manns "Professor Unrath" sind unvergessen. Das abenteuerliche Leben und die unzähligen Affären Diven regen die Fantasie von Künstlern und Fans immer wieder als neue an. Im Renaissance Theater werden die Jahrhundert-Sängerin Edith Piaf und die singende Schauspielerin Marlene Dietrich jetzt zu neuem Leben erweckt: "Spatz und Engel" heißt das von Torsten Fischer inszenierte Theaterstück mit Musik, das gestern Abend Premiere feierte.

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Szenefoto: "Lulu" a.d. volksbühne Berlin
Julian Röder

Volksbühne Berlin - "Lulu"

"So many things we need to unlearn" – "so viele Dinge, die wir verlernen müssen", singt die Musikerin Réka Csiszér, während im Schwarz-Weiß-Video Lilith Stangenberg als sexy Blondine mit King-Kong posiert. Klischierte Frauenbilder, soll das wohl heißen, die wir am besten aus dem Bewusstsein eliminieren. Stangenberg hält jetzt Namensschilder vor sich: Eva, Mignon, Katja, Lulu.

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Staatstheater Cottbus: EIN VOLKSFEIND
Marlies Kross

Staatstheater Cottbus - "Ein Volksfeind"

Jo Fabian, jetzt Schauspieldirektor am Staatstheater Cottbus, kommt ursprünglich aus der Berliner Off-Szene. Bekannt ist er dafür, dass er oft in Personalunion als Regisseur und Bühnenbildner, Choreograph, Sound- und Video-Designer alten und neuen Texten multiperspektivisch zu Leibe rückt und sie auf ihre zeitlose Dringlichkeit und politische Aktualität befragt. Seine viel diskutierte Inszenierung von Tschechows "Onkel Wanja" wurde für den "Faust"-Theaterpreis nominiert. Am Wochenende hat er sich nun mit dem Großmeister des Naturalismus, Henrik Ibsen, auseinandergesetzt und dessen Drama "Ein Volksfeind" auf die Bühne gebracht.

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Gastspiel Gogol Center: Who Is Happy In Russia
Ira Polyarnaya

Radar Ost am Deutschen Theater Berlin - "Who is happy in Russia"

Nach anderthalb Jahren wurde der Hausarrest des russischen Film, Opern- und Theaterregisseurs Kirill Serebrennikov aufgehoben – die internationale Kulturszene jubelte. Jetzt eröffnete eine Arbeit von Serebrennikov das Festival "Radar Ost" am Deutschen Theater, es ist der internationale Auftakt der Autorentheatertage dort. Die Inszenierung "Who is happy in Russia?" ist schon vor Serebrennikovs Inhaftierung am Gogol Center in Moskau entstanden.

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Berliner Ensemble: Max und Moritz nach Wilhelm Busch; © JR/Berliner Ensemble
JR/Berliner Ensemble

Berliner Ensemble - "Max und Moritz"

"Dieses war der erste Streich, doch der zweite folgt sogleich" – sechs Streiche lässt Wilhelm Busch seine beiden Übeltäter Max und Moritz aushecken, den siebten überleben sie nicht, Meister Müller schrotet sie, ziemlich grausam, in seiner Mühle. Und die Moral von der Geschicht? "Bosheit ist kein Lebenszweck."

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"Das grosse Heft", Staatsschauspiel Dresden
Sebastian Hoppe

Theatertreffen 2019 im Haus der Berliner Festspiele - "Das große Heft" nach dem Roman von Ágota Kristóf

Mit der Premiere von Ulrich Rasches Inszenierung "Das große Heft" nach dem Roman von Ágota Kristóf geht das 56. Theatertreffen zu Ende. Rasche ist damit zum dritten Mal in Folge zum Festival eingeladen. Seine Regie-Handschrift ist unverwechselbar: Auf gigantischen Maschinen, Laufbändern, Drehscheiben marschiert und skandiert ein Männerchor, dazu dröhnen die Bässe.

 

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"Tartuffe oder das Schwein der Weisen", Theater Basel
Priska Ketterer

Theatertreffen 2019 im Haus der Berliner Festspiele - "Tartuffe oder Das Schwein der Weisen"

Kaum war Molières Komödie "Tartuffe" 1664 uraufgeführt, wurde sie auch schon verboten: Der fromme Heuchler Tartuffe, der sich gar nicht an Gott ergötzt, sondern an Geld und Sex, empörte die katholische Kirche. Heute ist die einzige erhaltene und bereinigte Fassung auf vielen Bühnen zu sehen – Heuchler und solche, die ihnen erliegen, gibt es ja auch im 21. Jahrhundert zuhauf. "Tartuffe oder Das Schwein der Weisen" heißt die Basler Inszenierung, mit der die Regisseurin Claudia Bauer nun beim Theatertreffen gastiert, neu geschrieben von PeterLicht.

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"Erniedrigte und Beleidigte", Staatsschauspiel Dresden
Sebastian Hoppe

Theatertreffen 2019 im Haus der Berliner Festspiele - "Erniedrigte und Beleidigte"

Liebesirrungen und -wirrungen im St. Petersburg des 19. Jahrhunderts, Egoismus, Schulden, sozialer Abstieg – und dazwischen ein kränkelnder Dichter, der all das aufzuschreiben versucht. Das sind die Themen, die Dostojewski in seinem Großstadt-Roman "Erniedrigte und Beleidigte" umtreiben. Von der Handlung bleiben in Sebastian Hartmanns Bühnenversion am Staatsschauspiel Dresden wie üblich nur Bruchstücke – doch auch seine sonst suggestiven Assoziationsräume zeigen hier kaum Wirkung.

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„Dionysos Stadt“ Münchner Kammerspiele (Copyright:Julian Baumann)
Julian Baumann

Theatertreffen 2019 im Haus der Berliner Festspiele - "Dionysos Stadt"

Theater war in der Antike noch ein ganz anderes Ereignis als heute: Im alten Griechenland wurden die Dionysien, die Festspiele zu Ehren des Gottes Dionysos, als fünftägiges Fest gefeiert, mit kostenlosem Wein und einer finanziellen Entschädigung für den Verdienstausfall. Der Regisseur Christopher Rüping wollte dieses antike Theater in seiner Arbeit "Dionysos Stadt" wieder heraufbeschwören. Am Wochenende war sie beim Theatertreffen zu sehen und dauerte keine fünf Tage, sondern nur "schlappe" zehn Stunden.

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The Ugly Duckling
deutschestheater.de

Kammerspiele - The Ugly Duckling

"The Ugly Duckling" ist der Ausgangspunkt für eine Theaterproduktion, in der drei Berliner Dragqueens neben zwei Schauspielern und einer Schauspielerin des Deutschen Theaters auftreten.

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Szenenbild - Die Edda, Volksbühne
Katrin Ribbe

Volksbühne Berlin / Gastspiel Schauspiel Hannover - "Die Edda"

An der Volksbühne gastiert Thorleifur Örn Arnarssons "Edda", eine Inszenierung der isländischen Göttersaga, die der isländische Regisseur am Schauspiel Hannover erarbeitet hat. Ästhetisch eine Mischung aus vielen Dekonstruktionselementen.

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