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- Keime im Trinkwasser

Deutsches Trinkwasser gilt als eines der besten der Welt. Dennoch häufen sich Meldungen über eine Belastung mit gefährlichen Keimen. Ein Risiko vor allem für Patienten in Kliniken, auch nach Operationen. Wie kann man sich schützen? 

Deutsches Trinkwasser gilt als eines der besten der Welt. Dennoch häufen sich Meldungen über eine Belastung mit so genannten fakultativ- pathogenen Keimen, die für abwehrgeschwächte Patienten gefährlich werden können. Das bedeutet, dass diese Keime dann eine krankmachende Wirkung haben können. 

Ein hohes Risiko besteht dabei besonders für Patienten nach operativen Eingriffen. Denn gerät Wasser in eine offene Wunde, kann das zu schweren Komplikationen führen. Studien zeigen: dass bis zu 50 Prozent der Infektionen in Kliniken mit dem Keim Pseudomonas aeruginosa durch belastetes Wasser verursacht werden. Seit 2011 müssen deutsche Krankenhäuser das warme Leitungswasser überprüfen. Doch dabei ist man anderen Keimen auf der Spur, den Legionellen. Diese können bei abwehrgeschwächten Personen ebenfalls schwere Infektionen auslösen, insbesondere der Atemwege. Legionellen halten sich gern in warmem Wasser oder Klimaanlagen auf und überleben Temperaturen bis etwa 65°C. Pseudomonaden vermehren sich jedoch im kalten Wasser. Der Nachweis erfolgt deshalb mit einem speziellen "Kalt-Wasser-Test".

Dieser unterbleibt in den Kliniken jedoch häufig, da die Testung bislang noch freiwillig ist und einen zusätzlichen Aufwand bedeutet. In anderen Ländern Europas ist man bereits einen Schritt weiter: Der Test ist beispielsweise in Großbritannien bereits Standard und es existieren detaillierte Empfehlungen für Kliniken, zur Reduktion der Wasserbelastung. Experten hoffen nun, dass auch hierzulande bald entsprechende Richtlinien gelten werden.

Spezial-Filter an Wasserhähnen sind ein erster Schritt. Doch aus Kostengründen werden diese meist nur auf Stationen eingesetzt, auf denen Patienten mit geschwächter Immunabwehr behandelt werden, wie auf Intensivstationen. 

Wie also können sich Patienten selbst schützen?

Am wichtigsten: Hände desinfizieren, zum Beispiel vor dem Pflasterwechsel. Und der Kontakt von Wasser mit offenen Wunden sollte unbedingt vermieden werden.

Beitrag: Angelika Wörthmüller
Infotext: Susanne Faß 

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