Frau mit Bauschmerzen (Quelle: Colourbox)
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- Norovirus – Wie schütze ich mich vor dem Brech-Durchfall?

Eine Norovirus-Infektion ist eine akute Magen-Darm-Erkrankung, ausgelöst durch das gleichnamige Virus. Normalerweise klingt die Infektion ohne bleibende Schäden nach ein paar Tagen wieder ab. Für kleine Kinder und ältere Menschen kann der hohe Flüssigkeitsverlust durch Durchfälle und Erbrechen jedoch gefährlich werden. Das Problem: Das Virus verändert sich ständig, so dass man keine Immunität aufbaut.

Die Magen-Darm-Grippe, bei Experten auch Gastroenteritis genannt, wird meist durch Viren ausgelöst. Zu den häufigsten Erregern zählt das Noro-Virus. Noro-Viren sind weltweit verbreitet, verursachen ein Fünftel der akuten Gastroenteritiden und können ganze Gemeinschaftsreinrichtungen lahmlegen, wie Kindergärten, Schulen, Altenheime oder Krankenhäuser. Die meisten Ausbrüche ereignen sich zwischen Oktober und März. Im vergangenen Jahr traten besonders viele Noro-Virus-Infektionen auf. Ursache für den Anstieg war laut Robert Koch-Institut (RKI) eine neu aufgetauchte Virus-Variante namens GII.P16-GII.2. Etwa zehn Prozent der Bevölkerung machen die Viren trotz allem nichts aus. Ihren Darmzellen fehlen die Rezeptoren, an die das Virus normalerweise andockt.

Saison im Herbst

Viele erinnern sich noch an den letzten großen Noro-Ausbruch im Herbst 2012: Damals erwischte es 11.000 Kinder und Jugendliche in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, nachdem sie einen Nachtisch aus gefrorenen Erdbeeren gegessen hatten.
Jetzt im Herbst steigen die Zahlen wieder: Für Oktober 2017 wurden knapp 2.500 Noro-Virus-Erkrankungen in Berlin erfasst. Welche Virus-Varianten in dieser Saison zirkulieren, ist noch nicht bekannt.

Dramatisch ansteckend

Das Noro-Virus ist extrem ansteckend: Schon 10 bis 100 Virus-Partikel reichen. Bei jedem Durchfall oder Erbrechen scheidet ein Kranker Billionen Keime aus, die sich dann weiter verteilen, auf der Toilette, aber auch auf Alltagsgegenständen wie Türgriffen, Radioknöpfen oder Lampenschaltern. Die zähen Erreger kleben dann an den Händen der Menschen und gelangen von dort in den Mund und Darm. Nachdem man sich angesteckt hat, bricht die virale Gastritis innerhalb von ein bis drei Tage aus. Die Erreger werden nach Abklingen der Beschwerden noch bis zu acht Tage mit dem Stuhl ausgeschieden, so dass die Betroffenen auch dann noch infektiös sind.

Einfache Therapie

Tee, Zwieback und Ruhe entlasten den aufgewühlten Darm. Brühe oder verdünnter Apfelsaft ersetzt Flüssigkeit und fehlende Nährstoffe. Bei Kindern oder schwer erkrankten Erwachsenen können spezielle Elektrolytlösungen sinnvoll sein. Bei ansonsten gesunden Erwachsenen ist eine ärztliche Behandlung nur selten nötig. Sie müssen aber darauf achten, ausreichend zu trinken. Die zugeführte Flüssigkeit hilft dem Körper, das Virus schneller auszuscheiden. Bettruhe ist angebracht.
Kinder, Betagte und chronisch Kranke brauchen häufiger ärztliche Hilfe, weil sie durch Erbrechen und Durchfall viel Flüssigkeit und Elektrolyte verlieren und leichter austrocknen.

Hygiene

Um die weitere Verbreitung des Noro-Virus in der Familie und im näheren Umfeld zu vermeiden, sollten die Hygienemaßnahmen verstärkt werden: Getrennte Handtücher, jeder trinkt nur aus seiner Tasse oder Flasche, getrennte Toiletten soweit das möglich ist. Und vor allem: Regelmäßig gründlich die Hände waschen und danach Desinfektionsmittel verwenden.

Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Constanze Löffler

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