Herz aus Schnee vor Wintermantel in Händen gehalten (Quelle: Colourbox)
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- Herzinfarktrisiko Winter – der Kälte trotzen

Je niedriger die Temperaturen, desto stärker ist unser Kreislauf gefordert: Gefäße ziehen sich zusammen, der Blutdruck steigt. Für gesunde Menschen kein Problem. Für Herzpatienten dagegen ist der Winter die gefährlichste Jahreszeit – das Risiko, einen Herzinfarkt zu erleiden, ist besonders hoch. Doch mit ein wenig Vorsicht und der richtigen Notfallstrategie können auch Herzpatienten sicher durch den Winter kommen.

Brustschmerzen, Atemnot, Todesangst: Täglich erleiden rund 800 Menschen in Deutschland einen Herzinfarkt. Vor allem im Winter ist das Risiko für Herzpatienten deutlich erhöht. Aufpassen vor zu niedrigen Temperaturen sollten vor allem Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit (KHK) und Angina pectoris-Beschwerden oder solche nach einem Herzinfarkt. Denn starke Kälte belastet die Herzkranzgefäße, indem sie die Gefäße verengt. Der Herzmuskel wird weniger mit Blut und damit weniger mit Sauerstoff versorgt.

Gleichzeitig verengen sich auch die Widerstandsgefäße im übrigen Körper, sodass das Herz gegen einen größeren Widerstand anpumpen muss. Die meisten gesunden Menschen haben kein Problem mit diesen Mechanismen. Aber bei Menschen mit verengten Koronararterien kann das einen Herzinfarkt auslösen.

Große Anstrengungen bei Kälte vermeiden

Herz- und Hochdruckpatienten sollten bei Temperaturen unter null Grad besonders vorsichtig sein und große Anstrengungen vermeiden. Zwar ist regelmäßige Bewegung auch im Winter empfehlenswert. Bei Minusgraden sollten sie aber auf starke körperliche Anstrengungen wie beispielsweise Schneeschippen verzichten. Typische Hinweise auf einen Herzinfarkt wie Brustschmerzen oder Atemnot sollten sie insbesondere im Winter nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Bei Minusgraden legen sich Herzpatienten zum Schutz am besten einen Schal über Mund und Nase, so gelangt die Luft bereits vorgewärmt in die Atemwege. Bei großer Kälte kann es auch sinnvoll sein, das Training in die Sporthalle oder das Schwimmbad zu verlegen. Einzelne Studien deuten darauf hin, dass auch eine kühle Wohnung den Blutdruck erhöhen und das Herz gefährden kann. Koronarpatienten sollten daher die Wohnung angenehm warmhalten, ohne sie zu überheizen. Zudem raten Kardiologen, dass Menschen mit Herzerkrankungen im Winter regelmäßig ihren Blutdruck messen und besonders sorgfältig ihre Medikamente nehmen. Eine aktuelle finnische Studie bestätigt, dass Kälte die Prognose bei Herzpatienten ungünstig beeinflussen kann. Gemäß der Studie schützt die Einnahme von Herzmedikamenten wie ASS, Betablockern oder Nitraten Herz-Kreislauf-Patienten vor einem akuten Koronarereignis.

Filmbeitrag: Anja Herr
Infotext: Beate Wagner

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