Frau entspannt sich in Sauna (Quelle: Colourbox)
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- Wie gesund ist Sauna wirklich?

Die einen lieben es in der Sauna - die anderen verstehen nicht, warum sie eigentlich nackt mit anderen in einem engen, heißen Raum schwitzen sollten. Weil‘s gut für den Körper ist, heißt es. Aber was macht eigentlich die gesundheitsfördernde Wirkung genau aus? Und ist Sauna für jeden empfehlenswert?

Wer in die Sauna geht, tut seinem Körper nachweislich gut. In einer klassischen finnischen Sauna herrschen meist schweißtreibende Temperaturen von 75 bis 110 Grad Celsius. Die Hauttemperatur steigt bis auf 40 Grad an. Die Körperinnentemperatur steigt bei jedem Saunagang um maximal ein Grad. Der Körper beginnt zu schwitzen, um sich abzukühlen.

Sauna bedeutet Hochleistungssport für Kreislauf und Stoffwechsel: Die Blutgefäße weiten sich, das Herz schlägt schneller, der Blutdruck sinkt. Damit trotzdem alle Organe mit Blut versorgt werden, muss das Herz mehr arbeiten. Nur so kommt jetzt noch überall im Körper Blut an. Jeder Saunagang sollte – um das Herz nicht zu überfordern – maximal acht bis zwölf Minuten dauern. Die Muskulatur entspannt. Die heiße Luft tut zudem der Schleimhaut gut, sie wird besser durchblutet.

Die Kälte nach Hitze bringt's!

Durch die hohen Temperaturen werden außerdem der Stoffwechsel und das Abwehrsystem angeregt. Der gesundheitliche Vorteil tritt allerdings nur dann ein, wenn der Hitze ein Kälteschock folgt, deshalb gehört die Abkühlung nach jedem Gang dazu. Nur dann ziehen sich die erweiterten Gefäße schnell zusammen, und der erniedrigte Blutdruck erreicht wieder Normalniveau. Wer dagegen nach der Sauna zu warm duscht, riskiert einen Blutdruckabfall bis hin zum Kreislaufkollaps.

Wer mindestens ein halbes Jahr regelmäßig schwitzt, leidet seltener unter Erkältungen, Wetterfühligkeit oder Schlafproblemen. Sauna trainiert das Herz-Kreislaufsystem und ist eine Vorbeugung vor Infekten. Heizungstrockene Räume und kühle Nässe können uns weniger anhaben. Nicht geeignet ist das Schwitzprogramm gegen ungeliebte Speckröllchen: Auch wenn man nach dem Saunaabend ein Kilogramm weniger auf die Waage bringt, ist das nur ausgeschwitztes Wasser, keineswegs aber verlorene Fette.

Sanfte Alternative

Eine sanfte Alternative zur finnischen Sauna ist die Biosauna. Sie schont den Kreislauf. Mit 65 bis 70 Grad Celsius herrscht hier eine vergleichsweise geringe Temperatur. Die Luftfeuchtigkeit ist dafür relativ hoch und liegt bei bis zu 55 Prozent. Die Biosauna ist somit die perfekte Kombination aus Sauna und Dampfbad. Der Besucher schwitzt darin wie in einer finnischen Sauna, die niedrigeren Temperaturen fordern den Kreislauf jedoch weniger stark als die finnische Sauna. Darum profitieren hier Patienten mit einem milden Bluthochdruck. Ein weiterer Pluspunkt: Man kann sich mehr Zeit lassen - bis zu 30 Minuten pro Saunagang kann man die angenehme Wärme genießen. Und die niedrigeren Temperaturen der Biosauna wirken nach Ansicht von Experten genauso günstig auf Kreislauf und Immunsystem wie die finnische Sauna.

Zu große Hitze überlastet das kranke Herz

Auch für Menschen mit Bluthochdruck, Rhythmusstörungen, Herzkranzgefäßerkrankungen oder Herzschwäche kann der Gang in die Sauna gesund sein. Betroffene sollten bei einer diagnostizierten Herzerkrankung allerdings unbedingt vorher mit ihrem Kardiologen besprechen, unter welchen Bedingungen sie sich dem Schwitzspaß aussetzen dürfen.

So sollten Herzpatienten sich zum Beispiel vor zu großer Hitze in Acht nehmen. Denn dabei wärmt sich der Körper zu sehr auf, so dass die Wärme über die Haut und über vermehrtes Schwitzen wieder abgegeben werden muss. Das Blut nimmt die übermäßige Wärme aus dem Körper auf und transportiert sie zu den kleinen Hautgefäßen, die die Wärme an die Luft abführen. Je mehr Blut vom Herzen durch die Hautgefäße gepumpt wird, desto mehr Wärme kann der Körper abgeben. Ein krankes Herz kommt bei dieser Mehrbelastung aber schneller an die Grenze seiner Leistungsfähigkeit.

Vorsichtige Abkühlung statt Schwalldusche

Je heißer die Sauna ist, desto mehr steigt die Körperkerntemperatur an. Durch den Temperaturanstieg erweitern sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt, die Pulsfrequenz steigt und mit ihr die gesamte Herzleistung. Durch das ruckartige Abkühlen ziehen sich dann alle maximal weitgestellten Blutgefäße im Haut- und Unterhautgewebe plötzlich wieder zusammen. Eine große Menge Blut wird in kürzester Zeit in das Körperzentrum verschoben. Dieses Volumen und der dabei massiv ansteigende Blutdruck belasten beim Abkühlen das Herz. Herzpatienten sei deshalb geraten, plötzliches Abkühlen mittels Schwalldusche oder kaltem Becken zu meiden. Besser ist, sich langsam abzukühlen, vorzugsweise durch Umhergehen in kühlen Räumen oder durch lauwarmes Duschen.

Auch Menschen mit Bluthochdruck sollten eine Abkühlung langsam angehen. Das Tauchbecken ist auch für sie keine gute Wahl, denn der durch den Kälteschock ansteigende Blutdruck kann unter Umständen gefährlich werden. Günstiger ist das Abkühlen mit dem Kaltwasserschlauch. Dabei duscht man sich von unten nach oben und von den Extremitäten in Richtung Herz langsam ab.

Sauna nur bei langsam ansteigenden Temperaturen

Wenn Patienten mit koronarer Herzkrankheit saunieren, sollten sie vorher mithilfe eines Belastungs-EKGs die Herzleistung prüfen – und darin mindestens 75 Watt problemlos schaffen. Dabei sollte man auch den maximal erreichbaren Puls und den Trainingspuls feststellen. Für Menschen mit koronarer Herzerkrankung sind Saunagänge mit langsam ansteigenden Temperaturen und nur von kurzer Aufenthaltsdauer empfehlenswert. Während des Saunaganges sollten die Patienten immer wieder ihren Puls checken, um nicht zu lange über ihrem erlaubten Trainingspuls zu liegen.

Kein Alkohol in der Sauna

Auch Menschen mit zu niedrigem Blutdruckwert profitieren, wenn sie sich langsam an die Hitze gewöhnen. Da der Blutdruck durch die stark erweiterten Gefäße aber erst einmal abfällt, sollten Menschen mit Hypotonie aber unbedingt auf andere gefäßerweiternde Maßnahmen wie zum Beispiel Alkohol vor und nach der Sauna verzichten.

Wann ist Saunieren nicht empfehlenswert?

Bei einer Erkältung zum Beispiel raten Experten von der Sauna ab. Der Wechsel von hohen und niedrigen Temperaturen schwächt den Körper. Anders als oft behauptet lässt sich eine Erkältung auch nicht wegsaunieren oder vor dem Ausbruch stoppen. Auch Menschen mit entzündlichen Hauterkrankungen, mit akuten Venenleiden wie Thrombosen oder entzündlichen Veränderungen im Bereich des Venensystems sollten von dem Saunieren absehen. Krampfadern und Besenreiser können sich durch die stärkere Durchblutung verschlechtern. Betroffene sollten sich in der Sauna nur auf die untere Bank setzen oder die Beine hoch lagern.

Mit Herzschwäche in die Sauna: Wie belastbar muss man sein?

Patienten mit Herzschwäche belastet ein Saunagang ungefähr so stark wie etwa schnelles Gehen. Sie sollten nicht heißer als mit Temperaturen von 60 bis 70 Grad saunen und regelmäßig während des Saunabesuches Wasser trinken. Denn wer schwitzt, scheidet auch Elektrolyte aus, die eine wesentliche Rolle für den Herzrhythmus spielen.

Fazit: Sauna ist gesund, sofern man es nicht übertreibt. Einmal pro Woche ist Experten zufolge ideal.

Filmbeitrag: Carola Welt
Infotext: Beate Wagner

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