Grafik vom Kopf zu Morbus Parkinson (Quelle: rbb)
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- Früherkennung von Parkinson 2018

Wenn Morbus Parkinson bei einem Menschen diagnostiziert wird, das berüchtigte unkontrollierbare Zittern beginnt, können Ärzte meist nur noch die Symptome behandeln. Frühe Anzeichen für die Erkrankung, die von Riech- über Schlafstörungen bis zu Depressionen reichen, treten teilweise allerdings schon zehn Jahre vor Ausbruch der Bewegungsstörungen auf.  

Jedes Jahr erkranken 20 000 Menschen neu an Parkinson; etwa 300 000 Menschen in Deutschland leiden an der Erkrankung. In den nächsten 20 Jahren könnte sich die Zahl verdoppelt haben, befürchten Experten.

Bis heute ist Parkinson nicht heilbar. Die Entwicklung wirksamer Therapien krankte lange daran, dass die Parkinsonkrankheit erst spät eindeutig sichtbar wird. Das typische Händezittern, steife Muskeln und Gehprobleme setzen erst ein, wenn bereits 80 Prozent der dopaminergen Nervenendigungen und bis zu 50 Prozent der Nervenzellen in der Substantia nigra im Gehirn unwiederbringlich untergegangen sind. Dieser Prozess ist nicht umkehrbar.

Dagegen sind die allerersten Symptome immer nicht-motorischer Art; die Betroffenen haben Schlaf- und Verdauungsstörungen und leiden unter Stimmungsschwankungen. Normalerweise erkennen die Betroffenen nicht, dass das die Vorboten einer Parkinsonkrankheit sind, weil die charakteristischen Krankheitszeichen fehlen.

Neue Tests und Entwicklungen geben nun Hoffnung auf eine frühere Diagnose. Doch solange es dafür keine wirksame Therapie gibt, die den Zerfall der Hirnzellen aufhalten kann, ist die Freude darüber noch getrübt. Derzeit gibt es noch kein Medikament, das den Ausbruch oder das Fortschreiten der Parkinsonkrankheit aufhält. Patienten haben deshalb bislang keinen unmittelbaren Nutzen von der frühen Diagnostik.

Frühe Diagnose mit Hilfe eines Hauttests

Anfang 2017 haben Neurologen aus Würzburg und Marburg eine Arbeit veröffentlicht, der zufolge Parkinson sich Jahre vor Ausbruch der motorischen Symptome in der Haut feststellen lässt. Eine kleine Hautprobe genügt, um in Hautzellen die Ablagerungen des Parkinsonmarkers Alpha-Synuclein nachzuweisen. Patienten, die so als zukünftige Betroffene der Schüttellähmung identifiziert sind, können wiederum an Studien teilnehmen, deren Therapien das Fortschreiten der Erkrankung verhindern sollen.

App für Parkinsonfrüherkennung

Mithilfe einer App fallen nach Angaben von Dresdner Forschern erste Anzeichen einer Parkinsonerkrankung früher auf. Die App mit dem Namen "iprognosis" erkennt vorangehende Symptome wie nachlassenden Geruchssinn, Stimmungsschwankungen oder Schlafstörungen. Sie checkt auch Werte zu Bewegungsmustern und Sprachqualitäten des Nutzers. Bei Auffälligkeiten bietet sie Kontakte zu Spezialisten an.

Kann Vitamin B12 das Fortscheiten der Erkrankung aufhalten?

Forscher fanden heraus, dass niedrige Vitamin-B12-Spiegel zu einer schnelleren Entwicklung von Parkinson-Symptomen führen können. Wissenschaftler mehrerer US-amerikanischer Universitäten überlegten im nächsten Schritt, ob Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin-B12 das Voranschreiten der Symptome herauszögern können.

Probanden, die kürzlich die Diagnose Parkinson erhalten hatten, nahmen daraufhin freiwillig Vitamin B12 ein. Bei jedem zweiten verbesserte sich der Blutspiegel des Vitamins. Den Ergebnissen zufolge schritt die Erkrankung bei Patienten mit einem verbesserten Vitamin-B12-Spiegel viel langsamer voran als bei jenen mit einem niedrigen B12-Spiegel. Vitamin-B12 einnehmende Menschen wiesen auch niedrigere Ergebnisse auf der sogenannten Unified Parkinson’s Disease Rating Scale (UPDRS) auf, welche ein Maß für die Behinderung durch Parkinson darstellt. Weitere Studien müssen nun zeigen, ob und bei welcher Patientengruppe eine Nahrungsergänzung mit Vitamin B12 im frühen Stadium sinnvoll ist.

Filmbeitrag: Sybille Seitz
Infotext: Constanze Löffler

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