Auge mit grafischen Kreisen (Quelle: Colourbox)
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- Sehstörungen – Gefahr fürs Augenlicht

Wenn die Augen schmerzen oder die Sicht verschwommen ist, wird das Warten auf einen Augenarzttermin zur Geduldsprobe. Ist eine Sehnervenentzündung Grund für die Beschwerden, muss schnell gehandelt werden - sonst droht Gefahr für das Augenlicht.

Schmerzhafte Augenbewegungen, verschwommene Sicht auf einem Auge, Ausfälle im Blickfeld - Symptome wie diese deuten auf eine Sehnervenentzündung hin. Unter Fachleuten heißt die Erkrankung Optikusneuritis. Am häufigsten davon betroffen sind Menschen zwischen dem 18. und 45. Lebensjahr.

Die Sehnervenentzündung ist ein Notfall, der in den ersten Tagen diagnostiziert werden muss, um eine langfristig drohende Erblindung zu verhindern - und die eigentliche Ursache zu erkennen. Denn daraus folgt die Therapie, die entscheidend sein kann für den Verlauf und mögliche Dauerschäden. Das Problem des Augenarztes: Am Auge selbst ist meist nichts zu sehen, da sich einiges dahinter abspielt. Zur Diagnostik gehört eine umfassende Untersuchung
• der Sehschärfe,
• der Pupillenreaktion, der vorderen und hinteren Augenabschnitte (mittels Spaltlampenuntersuchung) sowie
• des Gesichtsfeldes.
Experten empfehlen auch die Suche nach Symptomen für eine neurologische Erkrankung, einen Bluttest auf mögliche Erreger und eine Kernspintomographie, die Veränderungen im Gehirn anzeigt.

Nicht selten ist die Entzündung des Sehnervs ein erstes Zeichen für ein Autoimmungeschehen wie eine Multiple Sklerose (MS) - eine chronische Entzündung des zentralen Nervensystems. Bei 15 bis 20 Prozent aller MS-Patienten ist eine Sehnervenentzündung das erste Zeichen der Erkrankung. Bei der Hälfte aller Betroffenen tritt irgendwann im Verlauf eine Sehnervenentzündung auf. Aber es können auch Infektionen dahinter stecken, wie eine Borreliose oder Syphilis.

Deshalb erfordert das Krankheitsbild oft eine interdisziplinäre Zusammenarbeit: Wer welche Therapie enthält, entscheiden die Augenärzte in der Klinik mit dem Neurologen oder dem Infektiologen. Denn obwohl die Augen betroffen sind, muss gezielt das Nervensystem therapiert werden - hochdosiert mit Kortison bei einer MS oder bei Borrelien und Syphilis mit Antibiotika.

Häufig verschlechtert sich das Sehvermögen bei Anstrengung und Hitze. Deshalb ist es sinnvoll, sich während der akuten Entzündung zu schonen und Hitze zu vermeiden. Auch bei recht guter Sehschärfe kann das räumliche Sehen gestört sein. Deshalb sollte man erst wieder Auto fahren oder gefährliche Arbeiten aufnehmen, wenn die Entzündung therapiert ist. Lesen oder Bildschirmtätigkeit sind nicht schädlich und somit erlaubt.

Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Constanze Löffler

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