Kopfsprung in den See (Quelle: imago/blickwinkel)
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- Badeunfälle - Unterschätzte Gefahren

Laut DLRG ertranken im vergangenen Jahr mehr als 400 Menschen in heimischen Gewässern. Viele Menschen unterschätzen die eigenen Fähigkeiten, sind leichtsinnig oder wissen zu wenig über die Gefahren von Gewässern, die Sogwirkungen der Meereswellen oder Strömungen. Und auch ein Kopfsprung in unbekannte Gewässer kann gefährlich sein, manchmal schon in den Hotelpool.

Die Sonne lacht, die Badetasche ist gepackt, die Urlaubspläne geschmiedet. Doch die Freude am Sommer und dem damit verbundenen Badespaß kann auch ganz schnell vorbei sein - und das Leben Betroffener von jetzt auf gleich aus den Angeln heben.  

Der DLRG kann das konkret in Zahlen verdeutlichen: 2017 ertranken hierzulande 404 Menschen. Mit 166 Todesfällen ereigneten sich die meisten Zwischenfälle in den Sommermonaten, allein 69 waren es im Monat Juni. Insgesamt sind das zwar 133 Ertrunkene weniger als im Jahr 2016. Dennoch sind die Zahlen vor allem an männlichen Opfern immer noch erstaunlich hoch. Vier von fünf Todesopfern sind Männer. Mindestens 147 Ertrunkene waren 55 Jahre und älter. 137 Menschen ertranken in unbewachten Seen, 157 in heimischen Flüssen. Bewachte Badestellen sind hingegen sicherer: Gerade mal zwölf Menschen ertranken in Bädern, 28 an den Küsten.

Gefahr der Unterkühlung

So ist eine der größten Gefahren für Schwimmer die Unterkühlung: Selbst wenn die Sonne seit Tagen brennt, ist das Wasser immer noch 10 bis 15 Grad kälter als die Körpertemperatur. Allein um die Körpertemperatur zu regulieren, muss viel Energie aufgewendet werden. Dazu können noch plötzliche kalte Strömungen kommen. Folgen einer Unterkühlung sind beispielsweise Krämpfe. Die Muskeln können gar nicht mehr entspannen, weil man sie ständig in Bewegung halten muss, um nicht unterzugehen.

Unterschätzte Gefahr im See und Meer

Besonders gefährlich ist das Baden in unbewachten Flüssen, Bächen, Seen und Teichen. Gerade das Umland von Berlin ist reich daran. Unkalkulierbare Risiken sind Sogwirkungen, Unterwasserhindernisse und Schiffe. An den Meeren ist der Sog der Wellen eine der unterschätzten Gefahren. Das Wasser fließt am Meeresboden wieder zurück. Dabei entsteht ein Sog, der auch kräftigen Menschen im flachen Wasser die Füße wegziehen kann. Genauso gefährlich sind plötzlich auftretende Strömungen, die einen mit großer Kraft aufs Meer ziehen. Im Urlaub ist man übrigens besonders schnell dazu verleitet, unachtsam gegenüber Gefahren zu sein.

Regeln für sicheren Badespaß

• Gehe niemals mit vollem oder ganz leerem Magen baden.
• Gehe nur zum Baden, wenn du dich wohl fühlst.
• Kühle dich ab, bevor du ins Wasser gehst.
• Bade nicht, wo Schiffe und Boote fahren.
• Gehe nur bis zum Bauch ins Wasser, wenn du nicht schwimmen kannst.
• Überschätze deine Kraft und dein Können nicht.
• Springe nur ins Wasser, wenn es tief genug und frei ist.
• Gefährde niemanden durch deinen Sprung ins Wasser.
• Tauche andere nicht unter.
• Luftmatratze, Autoschlauch und Gummitiere bieten dir keine Sicherheit.
• Rufe nie um Hilfe, wenn du nicht wirklich in Gefahr bist, aber hilf anderen, wenn sie Hilfe brauchen.
• Verlasse das Wasser sofort, wenn du frierst.
• Bei Gewitter ist Baden lebensgefährlich. Verlasse das Wasser sofort.
• Halte das Wasser und seine Umgebung sauber.

Viele Badende missachten diese Grundregeln beim Schwimmen. Wie z.B. kurz vorher nichts essen und auf Alkohol verzichten. Der Körper braucht nach dem Essen seine Energie für die Verdauung, so dass den Muskeln nicht mehr genügend zur Verfügung steht. So führt ein voller Magen schneller zu Muskelkrämpfen. Alkohol wiederum lässt einen die eigenen Kräfte überschätzen. Auch ist man nicht mehr so reaktionsschnell, um aus Strömungen herauszukommen oder Booten und Schiffen rechtzeitig auszuweichen.

Rettungsschwimmer sind eine gute Lebensversicherung

Wer sicher baden will, sollte darauf achten, dass die Badestelle von Rettungsschwimmern überwacht wird. Trotz der vielen Badegäste an der Küste sterben hier nur wenige Badende. 80 Prozent aller Badenden in Deutschland ertrinken an unbewachten Badeseen, wie beispielsweise am Tornowsee, Nymphensee und Lehnitzsee.

Erste Hilfe

Wenn es an unbewachter Stelle zu einem Badeunfall kommt, muss man diesen Regeln folgen:

1. Rufen: Zunächst dafür sorgen, dass über die 112 Hilfe gerufen wird.

2. Bergen: Um die Person aus dem Wasser zu retten, sollte man ihr möglichst einen schwimmenden Gegenstand hinhalten: Rettungsring, Seil oder einen Ast. Auf jeden Fall sollte man vermeiden, ihm die Hand zu geben. Denn Menschen schlagen um sich und haben in ihrer Panik durchaus die Kraft, die Helfer mit unter Wasser zu ziehen.

3. Lagern: An Land muss man die Person richtig lagern, bis Hilfe eintrifft. Ist er bewusstlos, dreht man ihn auf die Seite.

Filmbeitrag: Stefan Sperfeld
Infotext: Beate Wagner

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