3D-Modell einer Leber im menschlichen Körper (Quelle: imago/Science Photo Library)
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- Fettleber vermeiden - so bleibt die Leber gesund

Eine kranke Leber kennen viele nur in Zusammenhang mit übermäßigem Alkohol-Konsum. Doch auch falsche Ernährung kann die Leber angreifen. Die Fettleber gilt inzwischen als eine Volkskrankheit. Das Problem: Aus der Verfettung kann eine gefährliche Leberentzündung werden, bis hin zur Zirrhose. Die gute Nachricht: Durch eine gesunde Lebensweise lässt sich diese Entwicklung aufhalten.

Die Situation kennen viele Menschen und sie ist für die Betroffenen oft eine böse Überraschung: Obwohl sie keinen Alkohol trinken, zeigt der Ultraschall eine ausgeprägte Fettleber. Ärzte sprechen von so einer Fettleber, wenn mehr als die Hälfte der Leberzellen Fett speichern oder der Fettanteil der Leber fünf Prozent übersteigt.

Die Fettleber ist eine heimliche Volkskrankheit

Schätzungen zufolge würde man bei jedem Vierten massive Fettspeicher in der Leber finden. Das sind rund 20 Millionen Deutsche. Eine medikamentöse Therapie der Fettleber gibt es bislang nicht, doch wenn man rechtzeitig eingreift, kann ein gesünderer Lebensstil weitere Schäden abwenden. Fatalerweise haben viele Betroffene aber keine Beschwerden. Sie spüren maximal einen Druckschmerz im rechten Oberbauch, weil die Kapsel der Leber durch die Gewichtszunahme spannt. Auch ein Anstieg der Leberblutwerte entsteht meist erst im weiteren Verlauf.

Schreitet die Fettleber jedoch unbemerkt fort, kann daraus eine Fettleberhepatitis entstehen, eine so genannte "non alcoholic steatohepatitis" (NASH,). Sie betrifft jeden fünften Fettleber-Patienten und erhöht das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte. Zudem müssen Betroffene fürchten, dass ihr fein verästeltes Lebergewebe durch den andauernden Entzündungsprozess immer mehr vernarbt - und das Organ immer schlechter arbeitet. Je weiter diese Zirrhose fortschreitet, desto geringer sind die Chancen auf Heilung. Bei jedem fünften kommt es zu so einer Leberzirrhose, im schlimmsten Fall zu Leberkrebs. Der Krebs ist durch die steigende Anzahl von Fettlebern heute doppelt so häufig als noch vor 20 Jahren. Immer öfter ist die Fettleber somit Ursache für eine Lebertransplantation.

Übergewicht erhöht das Risiko

Übergewichtige Menschen entwickeln besonders häufig eine Fettleber. Etwa 80 Prozent der übergewichtigen Menschen sind betroffen. Zum Vergleich: Schlanke Menschen erkranken nur zu etwa drei Prozent. Anders als bei der Alkoholfettleber, deren Stoffwechselprozesse durch die hohen Alkoholmengen gestört werden, sind bei der Fettleber von Nichtalkoholikern vor allem zu hohe Zuckermengen die Übeltäter. Denn die Leber speichert alles ab, was die anderen Körperzellen nicht verarbeiten - und verfettet so zunehmend.

Die Therapie heißt Lebensstil ändern

Der aktuellen Leitlinie zufolge diagnostizieren Ärzte die Fettleber mit dem Ultraschall, das Organ erscheint dann auffällig hell. Als Therapie für die Fettleber können Ärzte bisher nur einen Rat erteilen, den Patienten nicht so gerne hören: Ändere deinen Lebensstil. Wer zusätzlich an Diabetes leidet, muss besonders darauf achten, dass sein Blutzucker gut eingestellt ist. Für alle gilt: die Ernährung auf fett- und vor allem eine kohlehydratreduzierte Kost umstellen und Sport treiben.

Moderne Untersuchungstechnik mit Ultraschall

Eine moderne Methode, zur Beurteilung der Leber ist die sogenannte Elastografie oder
Fibro-Scan ®: Diese Untersuchung kann eine invasive und schmerzhafte Leber-Punktion in manchen Fällen ersetzen. Dabei wird mit einer Ultraschall-basierten Technik die Steifigkeit der Leber bestimmt. Diese Steifigkeit nimmt zu, wenn das Bindegewebe in der Leber krankheitsbedingt zunimmt, d.h. wenn die sich eine Leber-Zirrhose entwickelt. Somit kann mit der Methode das Krankheitsstadium abgeschätzt werden kann. In der Regel ist es daher nicht mehr notwendig, eine Leberbiopsie durchzuführen, um den Schweregrad der Lebererkrankung zu bestimmen. Die Untersuchung ist bislang noch nicht in vielen Kliniken oder Praxen verfügbar und ist zum Teil noch eine IGeL-Leistung.

Leber-Transplantation

Die weltweit erste Lebertransplantation am Menschen wurde 1963 von Professor Starzl in Denver (Colorado, USA) durchgeführt.
Die Indikationen für eine Transplantation reichen von Leberzellkrebs über Infektionen bis hin zu Hepatitis. Es gibt verschiedene Methoden der Transplantation: Bei einer Lebendspende wird nur ein Teil der Leber eingepflanzt. Wird eine Spender-Leber von einem verstorbenen Organspender eingesetzt wird sie je nach Größe meist vollständig ersetzt: Bei diesem sogenannten "orthotopen" Eingriff. Wird die alte Leber entfernt und die neue Leber an denselben Ort transplantiert. Die Lebertransplantation zählt zu den anspruchsvollsten Eingriffen überhaupt. Denn die Blutversorgung der Leber durch die Hohlvene, Pfortader und die Leberarterie muss unmittelbar gewährleistet sein. Zudem müssen die sehr feinen Gallengänge angeschlossen werden.

An der Charité wurden bisher 3000 Menschen mit Spenderlebern versorgt. Unter anderem werden hier auch Split Leber-Transplantationen vorgenommen. Das bedeutet die Teilung einer Spender-Leber in zwei vollwertige Organe, meist für einen Erwachsenen und ein Kind.

Filmbeiträge: Erika Brettschneider
Infotext: Beate Wagner

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