Frau hat Schulterschmerzen (Quelle: imago/Westend61)
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- Schulterschmerzen - kann ein Hauttransplantat helfen?

Schulteroperationen gibt es viele - je nachdem, welches Problem behoben werden muss. Relativ neu ist der Einsatz eines Hauttransplantats, das statt einer Sehne eingesetzt wird. Lohnt sich das aufwändige Verfahren? Wir haben einen Patienten während der OP und in den Monaten danach begleitet.

Langsame, belastungsabhängige Schmerzen seitlich und vorn am Gelenk, nachlassende Kraft beim seitlichen Anheben des Arms, Schmerzen nachts in Seitenlage: Die häufigsten Ursachen für Schulterschmerzen sind Schäden an der sogenannten Rotatorenmanschette.

Die Rotatorenmanschette ist eine Muskelgruppe, die zusammen mit einer derben Sehnenkappe das Schultergelenk umfasst. Die Muskeln ziehen vom Schulterblatt zum Oberarmknochen. Das Muskelpaket gibt Stabilität, weil in der Schulter die Gelenkpfanne im Vergleich zum Oberarmkopf sehr klein und flach ist. Dadurch kann der Oberarmkopf durch aktive und passive Strukturen in der Pfanne unterstützt werden.

Spröde Sehnen reißen ein

Über die Jahre verschleißen jedoch die Sehnen der Muskeln und werden spröde, das Risiko für (Ein-)risse steigt. Häufig ist die Supraspinatussehne betroffen. Sie verläuft zwischen dem Oberarmknochen und dem Schulterdach. Wird der Oberarm seitlich abgespreizt, engen die Knochen die Supraspinatussehne ein - das Gewebe wird so auf Dauer geschwächt. Auch Unfälle können zum Ein- oder Abreißen führen.

Nach einem Riss der Rotatorenmanschette verkürzen sich die Sehnen und die Muskulatur bildet sich zurück. In der Gelenkkapsel entstehen Vernarbungen. Folge: Der Oberarmkopf sitzt nicht mehr richtig im Gelenk. Knochen reibt an Knochen. Der Patient hat heftige Schmerzen und kann sich nur eingeschränkt bewegen. Ob es sich wirklich um einen Sehnenriss handelt, stellen Schulterexperten mittels einer Kernspintomographie fest.

Die Operation verhindert eine Arthrose

Eine gerissene Rotatorenmanschette kann nicht durch eine Naht rekonstruiert oder durch physiotherapeutische Maßnahmen trainiert werden. Zudem können aus kleinen Rissen große Risse werden. Unbehandelt entsteht ein Gelenkverschleiß, also eine Arthrose des Schultergelenkes. Diese muss in den meisten Fällen mit einer Schultergelenksendoprothese behandelt werden.

Um das zu verhindern, ist bei einem Riss eine Operation die Methode der Wahl. Früher stellten die Orthopäden die Rotatorenmanschette wieder her, indem sie diese Risse einfach zusammengenähten. In vielen Fällen führte das aber dazu, dass die Sehne nach einiger Zeit erneut einriss.

Minimalinvasive Hauttransplantation

Heute wird zur Verstärkung der oft zu dünnen oder unflexiblen Sehnen Spender- oder Eigengewebe transplantiert, auch Patch genannt. Das Transplantat kommt häufig aus der kosmetischen Chirurgie. Das Patch wird in Feinarbeit über eine kleine Kanüle in die Schulter eingesetzt. Die Haut soll dann ohne Abstoßungsreaktion komplett mit dem Gewebe verwachsen. Der Eingriff erfolgt minimal invasiv, das reduziert die Rehabilitationszeit um die Hälfte. Auch Eigengewebe wird verwendet. Doch in diesem Fall muss der Patient zusätzlich noch eine Haut-OP über sich ergehen lassen.

Physiotherapie ist das A und O nach dem Eingriff

Kurz nach dem Eingriff sollte Schulter zunächst für drei bis sechs Wochen in einer Bandage ruhiggestellt werden. Wichtig ist die gleichzeitige physiotherapeutische Behandlung, damit die Schulter nicht versteift. Der Patienten wird teils vom Physiotherapeuten behandelt, teils erlernt er auch Bewegungsübungen, mit denen er seine Schulter zusätzlich zuhause trainiert. In mehreren Nachuntersuchungen prüfen die Schulterexperten, ob die Transplantation gelungen ist.

Filmbeitrag: Johannes Mayer
Infotext: Beate Wagner

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