Beine baumeln über Steilküste am Meer (Quelle: imago/Photocase)
Bild: imago/Photocase

- Höhenangst

Der Blick in die Tiefe genügt und schon wird vielen Menschen mulmig zumute - Höhenangst ist eine schwindelerregende Erfahrung. Was steckt dahinter?

Von "Höhenangst" spricht man, wenn Menschen auf das Erleben oder mitunter allein schon auf die Vorstellung von Höhenunterschieden mit aufsteigender Panik reagieren. Wissenschaftlich gesehen rechnet man die "Höhenangst" zu den "spezifischen Phobien", so dass alternativ auch die Rede von "Höhenphobie" bzw. "Akrophobie" ist.

Ein gesunder Respekt vor Höhe oder Tiefe scheint uns angeboren zu sein. Von einer "Höhenphobie" spricht man deshalb nur dann, wenn die Angst ein außergewöhnliches Maß erreicht hat und sie den Betroffenen deutlich in seiner Lebensführung einschränkt. Meist gehen diese Menschen gefährlich wirkenden Situationen einfach aus dem Weg. Es wird niemand Dachdecker oder Kranführer, der schon als Kind unter Höhenangst litt. Schwieriger wird es, wenn das berufliche Fortkommen daran scheitert, dass ein Betroffener das Flugzeug nicht benutzen oder selbst mit dem Auto größere Brücken nicht mehr überqueren kann. Dann sollten Betroffene professionelle Hilfe suchen.

Wie macht sich Höhenangst körperlich bemerkbar?

Wer unter Höhenangst leidet, für den reicht oft schon die Vorstellung von einer Situation in der Höhe aus, um Unwohlsein, insbesondere Schwindelgefühle und Übelkeit auszulösen. In der Situation selbst kann Panik entstehen, verbunden mit Herzrasen, "weichen Knien", Schwitzen, Engegefühl in der Brust, Atemnot und der Angst bewusstlos zu werden und abzustürzen. Das Ganze kann sich bis zur Todesangst steigern.

Wie entsteht Höhenangst?

Neben der Veranlagung spielen häufig auch Lernvorgänge für den Erwerb einer Höhenphobie eine wichtige Rolle: Wer schon als Kind spürte, wie ängstlich die Mutter vor einem Balkongeländer zurückschreckt oder man sofort festgehalten wird, wenn man sich einer Brüstung nähert, der übernimmt in der Regel automatisch auch ein ängstliches Verhalten.

Welche Therapieformen werden bei Höhenangst angewendet?

Die gute Nachricht: Höhenangst lässt sich mit großem Erfolg behandeln! Die bekannteste Behandlungsform ist die "Konfrontations- bzw. Expositionsbehandlung", die von Verhaltenstherapeuten angeboten wird. Sie nutzt das Prinzip, dass unser Gehirn durch Erfahrung dazulernt. Wer sich also angstbesetzten Situationen in der Höhe aussetzt, wird – wenn er es lange genug aushält – sich daran gewöhnen und "lernen", dass Höhe nicht zwangsläufig gefährlich ist. Die Krankenkassen übernehmen die Behandlung.

Dank der modernen Technik kann man heute bereits in virtuellen Umgebungen üben, indem man sich beispielsweise vor einem großen Bildschirm oder mit Hilfe einer Datenbrille bewegten Bildern aussetzt, auf denen die gefürchteten Situationen gezeigt werden. In unserem Gehirn gibt es offenbar sogenannte Spiegelnervenzellen, die sowohl aktiv werden, wenn wir selbst etwas tun oder wenn wir nur beobachten, wenn andere Personen das Gleiche tun. Diesen Zellen verdanken wir es wahrscheinlich, dass wir durch "mentales Training" lernen und unser künftiges Verhalten allein dadurch schon verbessern können. Trotzdem sollten Betroffene zusätzlich immer auch eine "echte Konfrontation" anstreben, da nur diese die Gewissheit vermittelt, künftig kaum noch Höhenangst zu haben.

Infotext: Ina Czycykowski

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