Hafer (Quelle: imago/Winfried Rothermel)
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- Positive Wirkung auf Cholesterin- und Blutzuckerspiegel

Hafer wird seit Jahrzehnten als Schonkost-Klassiker serviert: Das Getreide der Pflanze enthält viel Eiweiß, hochwertige Fettsäuren und viel Vitamin B1. Hafer ist damit Experten zufolge das hochwertigste Getreide, das in Mitteleuropa angebaut wird. Außerdem wurde Hafer 2017 zur Arzneipflanze des Jahres gewählt. Aus ihr gewonnene Produkte helfen gegen Hautleiden, Magen-Darm-Erkrankungen, Arteriosklerose und mehr.

Hafer ist für Gesunde ein Alleskönner: Die reifen Körner enthalten viel Vitamin B1 und B6. Vitamin B1 benötigt der Körper, um insbesondere Kohlenhydrate in Energie umzuwandeln. Zudem unterstützt es die Nervenfunktion. Das vielseitige Vitamin B6 stärkt Nerven und Abwehrkräfte. Außerdem sind Haferkörner reich an Ballaststoffen. Etwa die Hälfte davon sind sogenannte Beta-Glucane. Haferkleie enthält besonders viel davon.

Das Getreide hilft aber auch vorbeugend zum Beispiel gegen Arteriosklerose: Die löslichen Vielfachzucker regulieren nachweislich den Cholesterinspiegel, indem sie die Gallensäureproduktion aus Cholesterin in der Leber anregen. Dadurch verbleibt weniger Cholesterin im Blut - der Spiegel sinkt. Hafer hilft so, den Cholesterinspiegel zu senken.

Hafer ist ein Geheimtipp für Diabetiker

Schon zwei Hafertage pro Monat können die Insulinresistenz verbessern. Die Zellen werden durch das hafereigene Beta-Glucan wieder empfindlicher, verbessern die Insulinantwort, die Blutzuckerwerte der Patienten sinken. Der Hafer sorgt dafür, dass Patienten einer Studie zufolge ein Drittel weniger Insulin benötigen. Dieser positive Effekt hielt bis zu vier Wochen an.

Offenbar erhöhen die Beta-Glucane auch die Zähigkeit des Nahrungsbreis im Magen. Dadurch entleert sich der Magen langsamer, Glukose wird langsamer gespalten und verzögert ins Blut aufgenommen. Durch die verzögerte Magenpassage wirkt Hafer daher länger sättigend und spielt eine wichtige Rolle beim Gewichtsmanagement. Beta-Glucane sollen außerdem beruhigend und regulierend auf die Verdauungsorgane wirken.

Hafer bildet seine Körner - im Gegensatz zu anderen Getreiden - in verzweigten Rispen und nicht in Ähren. Die Folge: Er liefert weniger Ertrag und lässt sich schwerer ernten. Dafür gedeiht Hafer auch auf kärgeren Böden und in Regionen, in denen es viel regnet. Anderen Getreidearten ist er vor allem bei Geschmack und Nährwert überlegen. Hafer liefert drei verschiedene Heilmittel. Neben Stroh sind das Korn und Kraut.

Haferkraut für Allergiker

Um das Haferkraut zu nutzen, muss der Hafer geerntet werden, bevor er blüht. Seit etwa 20 Jahren gibt es zudem einen weißen Hafer. Er wurde in Frankreich gezüchtet und enthält besonders viele Flavonoide und Saponine. Die sekundären Pflanzenstoffe sollen eine entzündungshemmende Wirkung haben; die Saponine eine immunmodulierende. Zudem ist es sehr mineralstoffreich und enthält besonders viel Kalium, Kalzium und Magnesium. Dank eines speziellen Extraktionsverfahrens birgt weißer Hafer keine Eiweiße, auch kein Gluten oder Klebereiweiß.

Einige Studien konnten zeigen, dass diese Sorte herkömmlichem Hafer bei Hautanwendungen überlegen ist. Hautpflegemittel, die weißen Hafer enthalten, sollen deshalb besonders hautfreundlich sein und auch von Allergikern vertragen werden. Haferkrautextrakte können neben trockener Haut und atopischen Hauterscheinungen wie Neurodermitis zur Behandlung von Wunden verwendet werden. Zudem eignen sie sich bei empfindlicher Haut wie Baby- und Altershaut, Rosazea und Psoriasis.

Beitrag: Nadine Bader
Infotext: Beate Wagner

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