Tabletten auf einem Holztisch (Quelle: imago/JuNiArt)
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- Ein Plan gegen zu viele Tabletten und falsche Medikation

Experten schätzen, dass 250.000 Patienten pro Jahr in der Klinik behandelt werden müssen, weil ihre Arzneimittel unerwünschte Nebenwirkungen haben. Seit 2016 haben bestimmte Patienten einen Anspruch auf einen bundeseinheitlichen Medikationsplan. Doch wer behält den Überblick und stellt den Medikationsplan zusammen?

Manche Patienten wissen bei der Vielzahl an Medikamenten gar nicht mehr, welche Pille sie wofür nehmen. Und bei nicht wenigen Patienten finden sich sicherlich auch Präparate, die irgendwann einmal verordnet wurden und dann immer weiter genommen werden, ohne dass Arzt oder Patient hinterfragen, ob sie überhaupt noch nötig sind.

Um das zu verhindern, sollen Medikationspläne helfen. Seit Oktober 2016 haben alle Patienten einen Anspruch auf eine solche Aufstellung, die mindestens drei verschiedene Mittel nehmen. So können Arzt und Patient jederzeit sehen, wann und wie welches Medikament eingenommen werden soll. Unerwünschte Neben- oder gar gefährliche Wechselwirkungen fallen so sehr viel schneller auf. Denn nicht alle Tabletten vertragen sich miteinander.
Besonders kritische Medikamentengruppen, die sich gegenseitig beeinflussen können, sind Blutverdünner, Schmerzmittel, blutzuckersenkende Medikamente und Insuline.

Wer selber das Gefühl hat, den Überblick über seine Medikamente verloren zu haben, sollte unbedingt seinen Arzt auf einen Medikamentenplan ansprechen. Und auch darauf, ob nicht das eine oder andere Präparat abgesetzt werden kann. Medikamente etwa, die man eigentlich gar nicht mehr benötigt oder unter deren Nebenwirkungen man leidet.

Filmbeitrag: Pia Kollonitsch
Infotext: Dr. Katrin Krieft

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