Frische Himbeeren (Quelle: colourbox)
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- Food-Trend Fruchtpulver

Frisches Obst und Beeren sind gesund und lecker – aber nicht das ganze Jahr über zu bekommen. Fruchtpulver sollen da Abhilfe schaffen: ob Banane, Mango oder Himbeere, kaum eine Frucht, die noch nicht pulverisiert im Handel gelandet wäre. Doch wie viel Vitamine enthält das Pulver? Wie wird es zubereitet? Und schmeckt das überhaupt? Wir haben das Pulver im Labor prüfen und von einer Familie probieren lassen. Mit überraschendem Ergebnis.

Fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Wer das schaffen will, muss sich anstrengen. Doch die Industrie hilft gerne nach, seit kurzem gibt es Frucht und Gemüse in Pulverform. Das Angebot reicht von Ananas, Spinat, Bananen, Brennnesseln über Himbeere bis hin zu Mango. Oft werden des Geschmacks wegen Obst und Gemüse kombiniert, so zum Beispiel Rote Beete und Beeren, Mango und Spinat.

Die praktischen Beutel sind leichter als quetschbares Obst zu transportieren. Sie lassen sich ins Essen oder das Getränk streuen – und natürlich viel länger aufbewahren als natürliche Produkte. Die Zielgruppe der Pulver-Hersteller sind jungen Leuten mit wenig Zeit und ältere Menschen, die ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen.

Ist Fruchtpulver gesund?

Mit jedem Verarbeitungsschritt bis hin zum Extrakt gehen wertvolle Inhaltsstoffe verloren. Getrocknete Lebensmittel in Pulverform enthalten im Schnitt immerhin noch 80 Prozent der Nährstoffe. Wer hingegen Obst und Gemüse direkt verzehrt, nimmt alle wichtigen essenziellen und bioaktiven Substanzen auf.

Die Pulver bestehen aus gefriergetrocknetem Obst. Dazu werden die Fruchtstücke bei sehr tiefen Temperaturen schockgefrostet und einem Vakuum ausgesetzt. Durch das Vakuum verdampft das in ihnen enthaltene Wasser. Anders als bei richtigem Obst und Gemüse enthält das Pulver daher kein Wasser. Durch den Wasserentzug wird aber Zuckergehalt des Obstes konzentriert. Die Inhaltsstoffe in den Pulvern sind so ungefähr zehnfach konzentrierter als im frischen Original – die Kalorien ebenso. Auch mögliche enthaltene Spritzgifte bleiben erhalten und sind dann ebenfalls konzentriert.

Viel teurer als normales Gemüse

Teilweise werden den Produkten zudem noch Substanzen wie zum Beispiel künstliches Betacarotin zugesetzt. Und das kann zum Beispiel bei Rauchern das Krebsrisiko erhöhen. Nicht zuletzt sind die Fruchtgemische meist auch viel teurer als die natürlichen Produkte. Je nach Anbieter zahlt man für das Pulver das Drei- bis Vierfache.

Filmbeitrag: Thomas Förster
Infotext: Beate Wagner

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