Gemeine Bettwanze (Quelle: imago/blickwinkel)
Bild: imago/blickwinkel

- Bettwanzen - unangenehme Mitbewohner

Bettwanzen sind immer häufiger ein ungewolltes Mitbringsel - von Reisen, aber auch aus gebrauchten Möbeln. Befinden sie sich einmal in der Wohnung, sind sie nur schwer wieder loszuwerden und breiten sich schnell aus. Denn ein einzelnes Weibchen kann Eier für bis zu 300 Nachkommen in sich tragen. Oft werden die blutsaugenden Parasiten erst bemerkt, wenn die Tiere dann jede Nacht zustechen.
 
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Experten zufolge galten Bettwanzen eigentlich als ausgerottet - bis sich die kleinen Parasiten seit Ende der neunziger Jahre weltweit wieder stark ausgebreitet haben.
Die Minierreger ernähren sich, ähnlich wie Kopfläuse, von menschlichem Blut. Ihre zunehmende Verbreitung auch hierzulande scheint ein Ergebnis der zunehmenden Reiseaktivität per Flugzeug sein - versteckt in Koffern und Kleidung entpuppen sie sich dann zuhause oft als ein unerwünschtes, lästiges Mitbringsel. Als Hauptursache für die weltweite Zunahme von Bettwanzen wird aber die Ausbildung von Resistenzen gegen chemische Insektizide gesehen.

Der Wissensstand über Bettwanzen in der Bevölkerung ist gering. Sie werden häufig mit
vergangenen Kriegszeiten assoziiert, so dass viele Menschen die Gefahr eines Befalls heute als eher unwahrscheinlich einstufen. Oft werden Bettwanzen auch nicht erkannt oder mit anderen Insekten verwechselt, sie können sich im Fall eines Befalls also über längere Zeit hinweg unbemerkt ausbreiten. Ein weit verbreiteter Irrtum besteht darin, dass Bettwanzen mit mangelnder Hygiene zu tun haben: Bettwanzen können jedoch unabhängig von jeglichen hygienischen Bedingungen vorkommen und treten auch in gepflegten Räumlichkeiten auf. Allerdings können Befälle in aufgeräumten und übersichtlichen Bereichen schneller erkannt und besser bekämpft werden.

Typische Wanzenstraße oft erster Hinweis

Im Unterschied zu einem Mückenstich spüren Menschen den einzelnen Stich einer Bettwanze nicht. Die Hautreaktionen sind sehr unterschiedlich, manchmal treten sie auch erst nach einigen Tagen auf. Oft bildet sich eine sogenannte charakteristische Wanzenstraße, also rote Punkte, die in einer Reihe angeordnet sind. Durch diese Wanzenstraße lassen sich die Erreger gut von Flöhen unterscheiden. Gefährlich sind Bettwanzen nicht, denn sie übertragen keine Krankheiten. Allerdings können sich die Stiche auch entzünden und tagelang quälend jucken. Neben den Hautreaktionen können auch Blutspuren, Kot oder ein süßlicher Geruch Anzeichen für einen Bettwanzen-Befall sein.  

Gift, Kälte und Hitze helfen

Sehen lassen sich die wenige Millimeter großen, nachtaktiv Tierchen nicht. Am Tage halten sie sich in Hohlräumen und Ritzen überall in der Wohnung versteckt. Meist können nur noch professionelle Schädlingsbekämpfer helfen. Sie erkennen einen Bettwanzenbefall an Kotspuren und versuchen, alle Tiere einer Population mit speziellen Chemikalien zu töten. Problematisch ist, dass die Parasiten zunehmend resistent gegen die eingesetzten Insektizide sind.

Die Schädlingsbekämpfer besprühen jedes Versteck der Wanzen mit einem Gift, dass mehrere Stunden einwirken muss. Vorher inspizieren sie Gardinenleisten, schauen hinter Lampen, Tapeten und Heizungsrohre, in die Kanten von Matratzen, den Raum unterm Bettgestell und andere dunkle Orte. Gegen Bettwanzen helfen neben den speziellen Chemikalien auch Hitze über 55 Grad und Kälte unter minus 18 Grad. Sind zum Beispiel sperrige Dinge wie Koffer oder Sofakissen und Bettdecken befallen, kommen sie in ein Wärmezelt.

Meist gelingt es selbst Profis nicht, beim ersten Anlauf alle Bettwanzen zu erwischen Bis zu viermal müssen die Bekämpfer in der Regel anrücken. Von einer Behandlung der unliebsamen Tiere in Eigenregie, zu fangen, raten die Forscher hingegen ab: Denn werden Insektizide nicht korrekt angewandt, kann das gesundheitsschädliche Auswirkungen auf die menschlichen Bewohner haben, statt auf die Wanzen.

Koffer und Kissen in die Kühltruhe

Wer das nicht erleben will, sollte nach einer Urlaubsreise das Gepäck als Erstes in der Badewanne ausschütteln und die gesamte Wäsche bei 60 Grad waschen. Und man sollte den Koffer nicht aufs Bett legen, um ihn auszuräumen. Wer eine Tiefkühltruhe hat, kann Koffer und Kissen auch einfach für zwei Tage dort deponieren. Das Ziel ist klar: Alle Wanzen müssen vernichtet werden. Überlebt auch nur ein einzelnes Weibchen, geht das ganze Spiel von vorne los: Dann haben sich bald die hunderte Nachkommen, die sie in sich trägt, überall ausgebreitet.

Filmbeitrag: Ulrike Heimes
Infotext: Beate Wagner

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